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"Markantes Wetter" in Berlin : Keine großen Schäden durch Sturm

Sturm im Sommer kommt selten vor. Zum Glück, denn die Folgen können schlimmer sein als im Winter. In Berlin gab es keine größeren Schäden. Wegen herabgefallenen Ästen und schiefen Bäumen musste die Feuerwehr insgesamt 150 Mal ran.

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Im Sommer kann Sturm gefährlicher sein als im Winter: Mit Laub bieten die Bäume dem Wind mehr Angriffsfläche, außerdem sind die Äste schwerer.
Im Sommer kann Sturm gefährlicher sein als im Winter: Mit Laub bieten die Bäume dem Wind mehr Angriffsfläche, außerdem sind die...Foto: dpa

Sturmtief „Zeljko“ hat auch in Berlin und Umgebung kräftig an Rolläden und Markisen gerüttelt, größere Schäden blieben aber aus. „Ein paar umgefallene Bäume und abgeknickte Äste, verteilt über die gesamte Stadt“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Personen kamen demnach nicht zu Schaden. Rund 150 Einsätze registrierte die Leitstelle der Feuerwehr zwischen 16 Uhr Samstagnachmittag und 6 Uhr Sonntagfrüh, deutlich mehr als üblich. Auch die S-Bahn bekam vom Sturm etwas ab. Weil ein Ast ins Gleisbett gefallen war, verzögerten sich die Züge auf dem Ring. Betroffen waren S8, S9, S41 und S42. Das Holi Festival of Colours in Berlin wurde aufgrund der Wetterwarnung von Sonnabend auf Sonntag verschoben. Es findet Sonntags ab 14 Uhr statt.

Wetterwarnung bis 8 Uhr Früh

Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes "vor markantem Wetter" , eine Stufe unterhalb der Unwetterwarnung, dauerte bis acht Uhr am Sonntagmorgen. Eine Regenfront arbeitete sich von Westen langsam in Richtung Berlin vor. Größere Regenmengen wurden aber nicht erwartet. Für die zweite Nachthälfte rechnet der Wetterdienst Meteogroup mit Böen bis zur Stärke zehn, das sind 100 Stundenkilometer. Solche Stürme kommen eigentlich nur im Winter vor.

Ein Sturm mitten im Sommer ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch gefährlich: Mit Laub bieten die Bäume dem Wind mehr Angriffsfläche als im Winter bei obendrein schwereren Ästen. Außerdem sind Balkonkästen bestückt, Pavillons und Sonnenschirme aufgestellt.

Weil ein solcher Sommersturm so ungewöhnlich ist, tun sich laut Jörg Riemann von Meteogroup auch die Wetterexperten mit seiner genauen Berechnung schwer. Normalerweise entstehen die Stürme im Winterhalbjahr über dem Atlantik als Folge enormer Temperaturunterschiede zwischen Polargebiet und Subtropen. Diesmal ist es im hohen Norden so kalt wie üblich – und in Südwesteuropa seit Wochen ungewöhnlich heiß. Schon am Dienstag sei der nächste Sturm möglich.

Im orangen Bereich: Berlin steht ein stürmischer Abend bevor.
Im orangen Bereich: Berlin steht ein stürmischer Abend bevor.Screenshot: dwd.de

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