• Markov wirft Baufirma „Poker“ vor Verärgerung am Landtag: Schloss wird später fertig

Berlin : Markov wirft Baufirma „Poker“ vor Verärgerung am Landtag: Schloss wird später fertig

Th. Metzner
Hallo Potsdam. Gestern war Tag der offenen Baustelle, und Tausende kamen – Architekt Kulka erklärte den Bau. Foto: dapd
Hallo Potsdam. Gestern war Tag der offenen Baustelle, und Tausende kamen – Architekt Kulka erklärte den Bau. Foto: dapdFoto: dpa

Potsdam - Zehntausende Schaulustige, die am Samstag erstmals in den Rohbau des alten neuen Potsdamer Stadtschlosses auf den Alten Markt strömen durften, störte es wenig: Und doch wurde der „Tag der offenen Baustelle“ im künftigen Landtagsgebäude Brandenburgs von einem Streit zwischen der Baufirma BAM Deutschland und Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) um eine spätere Fertigstellung und um Nachforderungen der BAM überschattet. Vor Journalisten bestätigte BAM-Projektmanager Thomas Weber, dass der bisher avisierte Fertigstellungstermin im Oktober 2013 nicht zu halten ist. Und er sprach zugleich von nötigen „Kompensationen“ für zahlreiche Änderungswünsche des Landtages, die im Zuge des 130-Millionen-Projektes zu Umplanungen führten. So müssten nun 160 statt 30 Kilometer Kabel verlegt werden, sagte Weber.

Daraufhin kam es vor laufenden Kameras zum offenen Disput mit Markov, der auf die Vertragsregularien verwies: Die BAM habe offiziell beim Land bislang keine Bauverzögerungen angezeigt und begründet. Für das Finanzministerium wie für Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) stehe das Ziel, das Parlamentsgebäude im Herbst 2013 zu übergeben. Markov äußerte sich irritiert zum öffentlichen Vorgehen der BAM, nannte es „Poker“. Er habe im Interesse der Steuerzahler zu handeln. Unterstützung erhielt Markov vom Architekten des Projektes, Peter Kulka. „Mein Büro arbeitet so, dass Sie im Herbst 2013 das Haus übergeben können“, sagte Kulka, der zugleich an alle Beteiligten appellierte, bei dem „hochkomplizierten Prozess“ an einem Strang zu ziehen. „Wir bauen gleichzeitig außen ein historisches Gebäude und innen eins der modernsten Parlamente.“ Nachdem Potsdams Mitte über fünfzig Jahre eine Brache war, wäre für Kulka eine spätere Einweihung kein Drama: „Was ist da schon ein halbes Jahr?“ Th. Metzner

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