Marode Schulen : Berlin investiert bundesweit am wenigsten

Berlins Bezirke beklagen einen Investitionsstau von über einer Milliarde Euro. Nun zeigt sich: Kein anderes Bundesland gibt pro Schüler noch weniger aus als Berlin. Das Statistische Bundesamt hat aber noch mehr festgestellt.

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Berlin/Potsdam - Mit seinen geringen Investitionen in Schulbauten steht Berlin bundesweit nahezu allein da. Nur Nordrhein-Westfalen hat vergleichbare geringe Ausgaben von nur 200 Euro pro Jahr und Schüler. Bundesweit wird im Schnitt das Doppelte ausgegeben. An der Spitze bei den Investitionen steht Sachsen mit 800 Euro. Brisant sind die Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch vor dem Hintergrund des berichteten großen Investitionsstaus an Berlins Schulen von mehr als einer Milliarde Euro und den bislang nicht absehbaren Kosten für den behindertengerechten Umbau.

Ganz anders fällt der Vergleich bei den Personalausgaben in den Schulen aus: Hier liegt Berlin mit 6400 Euro pro Jahr und Schüler weit über dem Länderschnitt von 5500 Euro. Bei den Grundschulen sind es in Berlin 5500 Euro gegenüber 4800 im Bundesschnitt. Allerdings wird Berlin überflügelt von Hamburg, das 6300 Euro ausgibt.

In Brandenburg ist der Befund gegenteilig: Hier wird pro Schüler und Jahr dreimal mehr als in Berlin in Gebäude investiert, dafür aber weniger in das Personal. In der Folge liegen die Ausgaben in den Brandenburger Schulen mit 5300 Euro leicht unter dem Bundesschnitt, was vor allem auf Kosten der Grundschulen geht und den Gymnasien zugute kommt: Sie erhalten pro Schüler 6200 Euro und damit ebenso viel wie im Bundesschnitt. Hamburg und Berlin stehen besser da: Sie bekommen 6900. Die Zahlen stammen aus dem Jahre 2009.

Insgesamt steigen die Ausgaben für die öffentlichen Bildungseinrichtungen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich auf ein Rekordhoch von mehr als 110 Milliarden Euro, was ein Plus von 4,7 Milliarden Euro gegenüber 2011 ausmacht.

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