Berlin : Marterpfahl

Ariane Bemmer

fühlt sich beim Radfahren vor den Kopf gestoßen Es gibt da so ein Witzbild im Internet. Es kursiert dort seit Jahren. Es zeigt eine Straßenkreuzung im staubigen Afrika und mitten auf der Kreuzung steht ein Strommast. Hahaha, diese Afrikaner!

Aber statt zu lachen hätte man lieber daraus lernen sollen. Man hätte sogar reimen können: Pfähle, Zäune, Poller, Masten/zwingen Reisende zum Rasten. Aber so weit kam es in Berlin nicht. Stattdessen bauten Straßenherren einen neuen Fahrradweg neben die ebenfalls neuen Rathauspassagen am Alexanderplatz und stellen genau in dessen Mitte einen Laternenpfahl mit Parkverbotsschildern dran. Grotesk! Wer ordnet so was an? Wer führt so was aus? Ist dieser Pfahl auf dem Radweg am Ende nur ein Ausblick auf das, was kommt, wenn die bildungsferne Pisa-Miseren-Generation demnächst an allen möglichen Positionen schaltet und waltet? Wird sich dann noch jemand aufs Rad trauen? Und womit müssen wir in den Rathauspassagen rechnen?

Hoffen wir, dass niemand ein Bild aus Berlin ins Internet stellt, sonst sind wir blamiert. Aber ist es bei diesem Entwicklungsgleichstand überhaupt vertretbar, dass der Kanzler jüngst Afrika seiner Solidarität versichert hat? Wird seine Anteilnahme hier nicht viel dringender gebraucht?

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