Marzahn : Erzieher soll Kinder missbraucht haben

Ein 47-Jähriger steht in dringendem Verdacht, sich an mindestens drei Jungen im Alter von elf Jahren vergangen zu haben. Die Kinder lebten mit ihm zusammen in einem Marzahner Wohnheim. Die sexuellen Handlungen soll der Mann auf Video aufgenommen haben.

Ein offensichtlich besonders schwerer Fall von sexuellem Missbrauch Minderjähriger erschüttert die Mitarbeiter der Berliner Arbeiterwohlfahrt (AWO): Mehrere Jahre lang soll ein heute 47-jähriger Erzieher an Jungen sexuelle Handlungen vorgenommen und dies teilweise auf Video aufgezeichnet haben. Wie Michael Grunwald, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dem Tagesspiegel bestätigte, befindet sich der Mann in Untersuchungshaft. Die ihm vorgeworfenen Taten soll er zwischen 1999 und 2001 an mehreren, etwa elf Jahre alten Kindern begangen haben. Der Erzieher arbeitete seit 1998 in einem Wohnheim der "AWO pro Mensch Gmbh" in Marzahn. Dort leben etwa drei Dutzend Kinder aus so genannten Problemfamilien, die durch die Jugendämter von ihren Eltern getrennt wurden. Der Mann soll die Jungen in seine Wohnung gelockt und dort missbraucht haben.

Im Frühjahr dieses Jahres gab der Mann einem seiner ehemaligen Opfer eine DVD, auf der sich Aufnahmen des Missbrauchs vor acht Jahren befanden. Das heute volljährige Opfer ließ die DVD in seinem Elternhaus liegen, wo seine Mutter sie entdeckte. Diese informierte sofort die AWO, die nach Rücksprache mit dem Jugendamt Anzeige erstattete: "Wir haben auch unsere anderen Mitarbeiter und die Eltern der von uns betreuten Kinder sofort über den Fall informiert", sagte AWO-Landesgeschäftsführer HansWilhelm Pollmann dem Tagesspiegel. Der Betreuer sei bei Kindern und Kollegen sehr beliebt gewesen - Vorwürfe und Verhaftung seien für viele ein Schock.

Polizisten hatten am 23.Juli das Büro und die Wohnung des Erziehers durchsucht und Filme beschlagnahmt. Dass es neben den derzeit verfolgten Vorfällen weitere Straftaten und Opfer gab, sei nicht auszuschließen, hieß es. das/kög

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