Marzahn : Hellersdorfer jagen Feuerteufel

In der Nacht zu Mittwoch brannte es wieder in Hellersdorf. Eine Laube ging in Flammen auf. Jetzt gehen Anwohner Patrouille.

Brandgefährlich. Am späten Dienstagabend ging an der Cottbusser Straße in Hellersdorf eine Laube in Flammen auf. Die Polizei prüft, ob es eine Verbindung zu den Bränden der vergangenen Tage gibt. Foto: Andreas Markus
Brandgefährlich. Am späten Dienstagabend ging an der Cottbusser Straße in Hellersdorf eine Laube in Flammen auf. Die Polizei...Foto: Andreas Markus

Berlin - Auch in der Nacht zu Mittwoch ist in Hellersdorf wieder gezündelt worden. Eine Passantin rief die Polizei, weil sie Rauch in einer Kleingartenanlage entdeckte. Als Feuerwehrleute eintrafen, brannte eine Laube lichterloh. Verletzt wurde niemand. Wenig später bemerkte eine Rentnerin in Kaulsdorf einen Müllcontainer in Flammen. Eine herbeigerufene Streifenwagenbesatzung löschte den Brand. Seit März hat es in Hellersdorf fast 60 Brände gegeben, die vermutlich vorsätzlich gelegt wurden. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt. Der Brand in der Laube passt nicht so recht in das Muster der bisherigen Zündeleien, die in Hauseingängen, Müllhöfen und Kellern stattfanden.

Noch sei unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, teilte die Polizei mit. Und ob, etwa beim Laubenbrand, möglicherweise Trittbrettfahrer für einen Teil der Taten infrage kommen. Die Experten im Landeskriminalamt werten derzeit die kürzlich nach einem Brand eingesammelten DNA-Spuren aus. Noch ist nicht sicher, ob die Spuren, etwa Speichel und Hautreste, nicht sämtlich von ahnungslosen Anwohnern stammen. Ist die DNA überprüft, kann sie mit bei der Polizei gespeicherten Spuren früherer Brandstiftungen verglichen werden.

Inzwischen hat sich eine Bürgerwehr zusammengefunden. Gemeinsam gehen Anwohner „auf Streife“ durch Hellersdorfer Wohnblöcke. Die Polizei warnt vor Selbstjustiz. Es bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass Unbeteiligte ins Visier aufgebrachter Anwohner gerieten, sagte ein Sprecher. Nachts patrouillieren zivile Beamte in der Gegend.

Immer wieder gibt es Probleme mit Brandstiftern. Im August soll auf der Nordseeinsel Sylt ein Feuerteufel insgesamt 17 Brände gelegt haben. Der inzwischen festgenommene Tatverdächtige soll auch bewohnte Häuser angesteckt haben. Brandstiftungen haben laut Experten verschiedene Motive. Pyromanen etwa könnten dem Drang, etwas anzuzünden, schwer widerstehen. Andere legten Wert darauf, am nächsten Tag in den Nachrichten über ihre Tat zu hören. Die meisten Zündler sollen jünger als 21 Jahre sein.hah

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben