Berlin : Marzahn: Mit dem Busservice zum Einkaufen

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Vielleicht wird eines Tages zwischen der Marzahner Promenade und der Mehrower Allee ein Kleinbus auf einer neuen Stadtteilroute verkehren. Er könnte durch die Gegend kreuzen und diejenigen mitnehmen, die beispielsweise zum Einkaufen in die Marzahner Promenade möchten. Damit wären gleich zwei Probleme auf einmal gelöst, sagt Heinz Tibbe, Geschäftsführer der "Gruppe Planwerk". "Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel brauchten dann nicht mehr umzusteigen, und die Händler der Einkaufsstraße könnten von neuen Kunden profitieren", erläutert er seinen Vorschlag, den auch das Bezirksamt positiv sieht. Die Stadtplaner und Architekten seines Büros sowie ein Institut und Landschaftsplaner haben aber noch mehr Ideen entwickelt, wie die Mitte Marzahns künftig aussehen könnte. Ungefähr ein Jahr lang untersuchten sie das Gebiet zwischen Wuhletalstraße, Märkischer- und Landsberger Allee. Entstanden ist eine sogenannte Rahmenplanung, die jetzt erstmalig öffentlich gezeigt wird.

Das Ziel war, auf die Veränderungen der letzten zehn Jahre zu reagieren. Gemeint sind damit gesunkene Einwohnerzahl, der drastische Geburtenrückgang und der Wohnungsleerstand. Letzterer liegt in diesem Bereich zwischen fünf und 20 Prozent. Tibbe sieht den Leerstand auch als Chance: Erdgeschosswohnungen könnten zu großen Fahrradräumen umfunktioniert werden. Außerdem sei dort Platz für neue Gewerbeeinheiten. Gerade in zentralen Lagen fehlten solche Angebote.

Genauer unter die Lupe genommen wurden auch die Ortsteil- und Wohngebietszentren. Das Ergebnis: Sie sind mehrheitlich für die Laufkundschaft schlecht erschlossen und deshalb oft nur für die unmittelbar dort Wohnenden interessant. Tibbe spricht sogar von Inseln. Um zu überleben, müssten sie einen überörtlichen Charakter erhalten. So könnten in die leeren Geschäfte der Ringkolonnaden Freizeitangebote einziehen.

Die Rahmenplanung befasst sich außerdem noch mit Freiflächen und favorisiert in einigen Bereichen Marzahns eine Aufforstung zu einem Stadtwald. Zudem fordern die Fachleute den Abriss ungenutzter Kindertagesstätten. Aus den Schandflecken könnten Grünflächen werden. Auch zur künftigen Verkehrsführung im Stadtteil gibt es mehrere Vorschläge. Dazu gehört eine bessere Anbindung der Marzahner Promenade an das historische Dorf Marzahn.

In den nächsten Monaten werden das Bezirksamt, die an der Planung Beteiligten und die Öffentlichkeit das umfangreiche Papier diskutieren. Tibbe geht davon aus, dass einzelne Projekte in fünf bis zehn Jahren in Angriff genommen werden.

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