Berlin : Marzahn schwimmt auf der grünen Welle

Bezirk: Das wäre für uns eine riesige Chance.

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Für Marzahn-Hellersdorf wäre die Iga 2017 wohl ein Glücksfall – während das fürs Land Berlin insgesamt nicht unbedingt gelten muss. Denn ein Blick ins Archiv zeigt, dass viele Gartenschauen mit einem Minus für die veranstaltende Stadt endeten und auch langfristige Folgekosten verursachten. Oft hing die Bilanz stark vom Wetter ab.

Als Standort sind die knapp 13 Hektar am Blumberger Damm im Gespräch, die der Bezirk mithilfe der Stadtentwicklungsverwaltung 2010 für 660 000 Euro gekauft hat, um die „Gärten der Welt“ erweitern zu können. Das vom 1987 angelegten Erholungspark teilweise umschlossene Gelände liegt überwiegend brach und hat keinen alten Baumbestand wie beispielsweise der Schweriner Schlosspark, in dem das Gelände der Bundesgartenschau 2009 auch mit der Motorsäge hergerichtet wurde. Auch anderswo gingen Anwohner auf die Barrikaden, etwa in Hamburg, wo gewachsene Grünflächen und Wege für die Internationale Gartenschau 2013 geschleift wurden.

Solche Konflikte sind in Marzahn kaum zu erwarten, zumal die nächsten Wohnhäuser in einigem Abstand zu der Brache stehen. Die Anwohner der jetzigen Gärten der Welt haben eher mit dem Parkplatzsuchverkehr zu kämpfen. Die Erschließung des Erholungsparks sei für die aktuell gut 700 000 Besucher pro Jahr „noch okay“, sagt Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU). Für die Iga „müsste auf jeden Fall mehr getan werden“, zumal sich kein S- oder U-Bahnhof in Laufweite zum Park befindet.

Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) sieht in der Iga „eine riesige Chance“, das Image des Bezirks zu verbessern und Gäste zu gewinnen, die nicht nur einen halben Tag bleiben. Auch die Chance, ein bisher nur vage geplantes Hotelprojekt bei den Gärten der Welt zu realisieren, steige nun deutlich. Wirtschaftsstadtrat Gräff ist überzeugt, dass der Erholungspark durch die Verbindung mit der Iga zusätzlich profitieren wird und sich auch die bisher nur spärliche touristische Infrastruktur entwickeln wird. Allerdings zeigt der als Bundesgartenschau 1985 angelegte Britzer Garten, dass ein Park auch sich selbst genug sein kann: Von dessen einer Million Besuchern im Jahr spüren die Nachbarn vor allem die chronische Parkplatznot. Stefan Jacobs

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