Berlin : Massenschlägerei in Hasenheide

Junge Türken und Araber gingen bei Fest aufeinander los

Tanja Buntrock

Zwischen Karussells und Losbuden stehen auffällig viele Männer und Frauen in Grün: Es gibt seit Sonnabend wohl kaum ein Ecke auf den „Neuköllner Maientagen“ - dem alljährlichen Jahrmarkt in der Hasenheide- die nicht von Streifenpolizisten beobachtet wird. Nach einer Massenschlägerei zwischen rund 50 türkischen Jugendlichen und einer größeren Gruppe von Arabern am Freitagabend auf dem Rummel hat die Polizei ihr Aufgebot verstärkt. Sie befürchtet Revancheaktionen mit erneuten Gewaltausbrüchen. Denn nach Einschätzung von Kennern der kriminellen Jugendszene prügelten am Freitag stadtbekannte Kreuzberger und Neuköllner Jugendgangs aufeinander ein.

Die Jugendlichen lieferten sich eine regelrechte Schlacht. Sie gingen bei dem Hauen und Stechen mit Fäusten, Schlagstöcken, Latten und Gaswaffen aufeinander los. „Auch Messer wurden gezogen“, erzählt ein Beamter. Vermutlich erlitten etliche junge Männer leichte Verletzungen, sie machten sich aber aus dem Staub, bevor die Beamten anrückten. Fünf Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wurden festgenommen.

Die Banden wollten „die Randale vom 1. Mai auf dem Jahrmarkt fortsetzen“, vermuteten gestern Polizisten. Dabei gingen die Jugendlichen auch aggressiv auf anrückende Beamte los. So schoss ein Türke mit einer Gaswaffe auf einen Polizisten, traf ihn aber nicht. Der Schütze konnte flüchten.

Als Kampfplatz nutzten die Jugendgangs ein Gelände neben den Wohnwagen der Schausteller. Dabei gingen auch etliche Scheiben der Fahrzeuge zu Bruch. Im Rosengarten, unweit des Feiluft-Kinos in der Hasenheide, fanden die Beamten später Schlagstöcke und andere Waffen. „Die haben das alles hier gebunkert, weil einige wissen, dass sie von uns observiert werden“, kommentierte ein Polizist den Fund.

Eine junge Frau, die am Samstagabend hinter ihrer Popcorn- und Süßigkeiten-Theke steht, ist immer noch sprachlos. „Ich kam abends zu meinem Wohnwagen, da waren drei Scheiben eingeschlagen von den Randalierern.“ Sie musste die Nacht mit Plastikfolie vor den Fenstern schlafen und sagt: „Natürlich hatte ich Angst.“

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