Masterplan : Berliner sollen Alexanderplatz mitgestalten

Ein kleines Manhattan? Ein bisschen mehr Kiez? Die Bürger können den Alexanderplatz jetzt selbst mitplanen. Der Senat lädt am 1. September zu einem ersten Workshop ein. Donnerstag öffnet bereits eine Ausstellung mit neuen Ideen von Hans Kollhoff.

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Der Alexanderplatz in Berlin-Mitte
Der Alexanderplatz in Berlin-MitteFoto: Kitty Kleist-Heinrich

Was wird aus dem Alexanderplatz? Jetzt dürfen die Bürger über die Zukunft des weltberühmten, aber – so sehen das viele – ziemlich hässlichen Platzes in der Mitte Berlins diskutieren. Interessierte Berliner sind am 1. September zu einem Workshop und Arbeitsgruppen ins Hotel Park Inn eingeladen, außerdem richtet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Internetplattform ein. Am 9. November gibt es einen zweiten Bürgerworkshop.

Grundlage der öffentlichen Diskussion sind „Skizzen und Varianten“ des Architekten Hans Kollhoff, der 1993 mit zehn 150 Meter hohen Wolkenkratzern ein kleines Manhattan am Alex entwarf. Aus dem Masterplan wurde nichts. Detaillierte Pläne für ein Hochhaus gibt es bisher nur für den Hines-Tower, in dem 300 Luxuswohnungen Platz finden sollen.

Entworfen wurde er vom US-Architekten Frank O. Gehry, der Baubeginn steht nicht fest, die technische Realisierbarkeit wird noch geprüft. Immerhin wurden drei Bestandsgebäude am Alex unter Denkmalschutz gestellt: Das Park Inn, das Haus des Reisens und das Haus der Elektroindustrie.

Was in den vergangenen zwei Jahrzehnten gut voran kam, war der politische Streit um die Entwicklung Berlins an dieser zentralen Stelle. Im Mai 2014 hatten auch die Fachleute von SPD und CDU genug und forderten in einem Parlamentsbeschluss indirekt einen neuen Masterplan. Der Alex solle Hochhausstandort bleiben, aber die Aufenthaltsqualität und die Anbindung an das Quartier nördlich der Alexanderstraße müsse verbessert werden.

Abgeordnetenhaus könnte im Frühjahr 2016 entscheiden

Ein gutes Jahr später legte die Stadtentwicklungsbehörde einen Zwischenbericht vor: Gemeinsam mit Eigentümern und Anrainern, Bezirks- und Senatsvertretern, Fachleuten und Immobilienunternehmern solle ein neuer Gestaltungsversuch gestartet werden. Im Juli habe der Architekt Kollhoff in einem internen Fachworkshop neue Ideen präsentiert, die ab Donnerstag im Alexanderhaus öffentlich ausgestellt werden.

Die Ergebnisse der öffentlichen Diskussion werden bis zum November „planerisch aufgearbeitet“. Sofern sich ein „konsensfähiges Ergebnis“ abzeichne, werde dieses im Frühjahr 2016 dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung vorgelegt, heißt es in einer gemeinsamen Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) und von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) ans Parlament.

Der 1. Bürgerworkshop findet statt am: 1.9, Park-Inn-Hotel, Alexanderplatz, Döblinsaal, 17 bis 21 Uhr, mit Arbeitsgruppen und Fachvorträgen. Ausstellung im Alexanderhaus, Alexanderplatz 2, Eingang Dircksenstraße, vom 20.8. bis 6.9., Di.-Sa. 12–18 Uhr, Mo.-So. 15–18 Uhr. Im Internet: www.berlin.de/alex.

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