Berlin : Matrix AG

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über

die modernen Freuden des Bahnfahrens

„Potz Blitz, die Bahn!“ So dichteten die Werbetexter im 20. Jahrhundert, da war die heute so schicke AG noch eine gemütlich vor sich hin dampfende Behörde. Die Frage, ob wir im 23. Jahrhundert noch Züge brauchen, muss hier ausgeblendet werden, obwohl die Zukunft schon jetzt ihre Schatten wirft: „Matrix Reloaded“ auf Rädern, ein Sonderzug zur ExtraVorführung in Berlin. Also nicht länger „Potz Blitz“, sondern „Krawumm, roarrr, schmirgel, splitter“. Eine Marketing-Idee, die leicht auszubauen wäre, spielte die Bahn im Kino noch die einst so gloriose Rolle. Was könnte man aus klassischen Western nicht alles machen! Man denke nur an die kampferprobten Lokomotivführer, die als Komparsen für nachgespielte Zugüberfälle einzusetzen wären, was zugleich ihre Streiklust auf andere Gleise lenkte. Die bald ausrangierten Berliner Polizeihubschrauber könnten für Stunts über dahindonnernden Zügen verliehen werden und so erste Mittel für neue Maschinen einspielen. Pech nur, dass Züge in Filmen allzu oft zerschmettern. Derlei ist selbst von der fixen Bahn AG nur schwer zu vermarkten.

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