Mauerfall-Jubiläum : Wo sind die Ballons der Lichtgrenze gelandet?

Nachdem die Lichtgrenze davongeschwebt ist, wartet Berlin gespannt, wo die Ballons gefunden werden. Jetzt gab es eine Meldung aus Dänemark - rührend, aber vermutlich falsch.

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Fundstück. Diese Reste fand ein Spaziergänger nördlich von Kopenhagen. Den Metalldrähten nach handelt es sich nicht um einen Ballon aus Berlin.
Fundstück. Diese Reste fand ein Spaziergänger nördlich von Kopenhagen. Den Metalldrähten nach handelt es sich nicht um einen...Foto: Lokalavisen.dk/Ugebladet

Es gibt einen Ort, an dem die Straßen keine Löcher haben, die Parks gepflegt sind und die Schulen nicht baufällig. Hier, wo das Bächlein Usserød Å vom Ostufer des Sjælsø Richtung Øresund plätschert, liegt DK-2970 Hørsholm. Und hier lag am Montagmorgen ein zerknautschtes weißes Etwas, das einem Spaziergänger das Herz wärmte: Ein Ballon! Aus Berlin!! Von der Lichtgrenze!!! „Ich bin sicher, dass es einer der Ballons aus Berlin ist“, gab der Finder bei der Lokalzeitung zu Protokoll. Die fragte einen Meteorologen, ob das denn möglich wäre – und der sagte sinngemäß: „Jø, die Windrichtung hat gepasst.“ Großes Hallø also in der kleinen Gemeinde, gefolgt von Korrespondenz zwischen dem Lokalanzeiger und dem Tagesspiegel zu Details des Ufos. Diagnose: zu raschelig und mit integriertem Metallring verdächtig anders als die kompostierbaren Lichtgrenzenballons.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass es sich doch eher um eine jener Leuchten mit eingebauter Kerze handelt, die manchmal bei Feiern gestartet werden und dann der Feuerwehr im Nachbardorf den Abend vermasseln. Wer demnächst auf einer solchen Feier brillieren will: Laut Wikipedia handelt es sich dabei um Kong-Ming-Laternen, nach einem chinesischen Militärführer benannt und in Deutschland weitgehend verboten.

Magische Bilder der Lichtgrenze durch Berlin
Hinterm Horizont geht's weiter: Der feierliche Moment an der East Side Gallery.Weitere Bilder anzeigen
1 von 132Foto: Axel Schmidt / Reuters
12.12.2014 10:49Hinterm Horizont geht's weiter: Der feierliche Moment an der East Side Gallery.

Der Finder wünschte sehr, es wäre ein Ballon aus Berlin, schrieb eine dänische Kollegin: Er habe die Stadt während der Teilung mehrfach besucht und fühle sich ihr persönlich sehr verbunden. Ja, so nett reden sie anderswo über uns. Da kiekste, wa? Vielleicht kommt er uns ja bald wieder besuchen. Es gäbe so viel Neues zu entdecken hier – gerade auch in der Kopenhagener Straße im Bezirk Pankø, im hohen Norden von Berlin.

Von der Schorfheide bis über die Uckermark

Wo aber sind die ganzen Ballons vom 9. November tatsächlich gelandet? Einer ausgerechnet in Wandlitz – ein schöner Zufall, denn dort haben früher auch die alten Männer gewohnt, die die DDR eingemauert haben. Nach dem 25-jährigen Mauerfalljubiläum treffen jetzt die Meldungen von den Fundorten der Ballons ein, die am Sonntagabend von der „Lichtgrenze“ entschwebt sind, so weit Wind und Helium sie trugen. Elf Einträge hat die Berliner Kulturprojekte GmbH bisher online veröffentlicht. Drei Fundorte liegen im Berliner Stadtgebiet, die anderen ziehen sich wie eine Rauchfahne über die Schorfheide bis in die Uckermark. „Ich habe die Karte im eigenen Garten gefunden“, steht im Text zur nördlichsten Karte, die es am Ballon bis nach Prenzlau geschafft hat. „Mein Sohn war vor 25 Jahren einer der Glücklichen, die bei der Grenzöffnung an der Bornholmer Straße dabei waren.“

Unter den Findern soll nach dem Rückmeldeschluss am 30. November eine Reise nach Berlin verlost werden – inklusive Eintritt ins DDR-Museum.

Die Fundmeldungen im Internet: fallofthewall25.com/ballon-gefunden/fundorte

25 Gedanken. 25 Fotos. Entlang der Lichtgrenze
Berlin feiert den Fall der Mauer und Deutschland seine Einheit. Unsere Kolumnistin Hatice Akyün und der Fotograf Michael Pfister sind die Lichtgrenze entlang gefahren und haben ihre Gedanken in Bildern formuliert.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: Michael Pfister, Text: Hatice Akyün
11.11.2014 14:24Berlin feiert den Fall der Mauer und Deutschland seine Einheit. Unsere Kolumnistin Hatice Akyün und der Fotograf Michael Pfister...

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