Mauergedenkstätte : Stiftungsrat will "eisernen Vorhang" statt Original-Mauer

Nach langer Debatte hat sich die Stiftung Berliner Mauer auf die Seite der Sophiengemeinde geschlagen: In der 1,2 Kilometer langen zentralen Mauergedenkstätte werden knapp 20 Meter fehlen.

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Relikt vergangener Zeiten: An der Bernauer Straße mahnt die Berliner Mauer an die deutsche Teilung und deren Opfer. -Foto: ddp

Berlin Der Stiftungsrat der Stiftung Berliner Mauer hat sich gegen den von einigen Politikern geforderten Lückenschluss der Mauer an der Bernauer Straße mit Originalteilen entschieden. Statt dessen soll das fehlende 19 Meter lange Teilstück durch einen "eisernen Vorhang" aus Stahlstäben überbrückt werden, wie das Gremium am Dienstag beschloss.

Es entsprach damit nach langer Debatte dem Wettbewerbsentwurf und einem Wunsch der Sophiengemeinde als Eigentümerin des Areals, wie ein Sprecher der Kulturverwaltung mitteilte. Vor allem CDU-Politiker hatten gefordert, die Lücke mit originalen Mauersegmenten zu schließen, weil damit aus ihrer Sicht der Schrecken der Mauer besser erkennbar wäre.

Senat hofft auf rasche Einigung mit Gemeinde

Kulturstaatssekretär André Schmitz begrüßte die Entscheidung. Er hofft, dass jetzt zügig eine Nutzungsvereinbarung mit der Kirchen-Gemeinde möglich ist. Die Debatte habe zwar "bedauerliche Verzögerungen im Zeitplan" mit sich gebracht. Sie habe aber auch gezeigt, wie wichtig die gemeinsame Verständigung aller Akteure über die inhaltliche und gestalterische Umsetzung des Gesamtkonzepts Berliner Mauer sei.

Die 1,2 Kilometer lange zentrale Mauergedenkstätte Bernauer Straße soll bis zum 50. Jahrestag des Mauerbaus 2011 fertiggestellt sein. Insgesamt investieren der Bund und das Land Berlin in das Projekt zur Erinnerung an die deutsche Teilung und ihre Opfer mehr als 27
Millionen Euro. (sf/ddp)

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