Berlin : Mauerpark: Karaoke wieder jeden Sonntag

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Die Reiseführer müssen nicht umgeschrieben werden. Joe Hatchiban darf seine mobile Karaokeanlage nun doch wieder jeden Sonntag im Amphitheater des Mauerparks aufbauen. Das verkündete Jens-Holger Kirchner (Grüne), Stadtrat für Stadtentwicklung in Prenzlauer Berg, am Mittwoch. An diesem Sonntag bleibt das Amphitheater aber noch mal leer. „Die einschränkenden Regelungen werden ab Sonntag, dem 17. Juni aufgehoben“, sagt Kirchner. Fans müssen sich dann nicht mehr im Internet informieren, wann die schrägen Sänger zum Mikrofon greifen. „Ab dem 17. ist wieder alles gut“, schreibt Hatchiban im Internet. „Wenn das Wetter stimmt.“ Denn bei Regen bleibt er zu Hause.

Der Rückzieher kommt nach nur wenigen Wochen. „Die öffentliche Diskussion darum und das offenbar damit verbundene nachlassende Interesse anderer Nutzer haben uns veranlasst, die Entscheidung zurückzunehmen“, sagt Kirchner. „Gleichwohl können wir auch nicht ignorieren, dass die Show Kultcharakter entwickelt hat und auch für Weltoffenheit und Toleranz in unserem Bezirk steht.“ Erst Mitte April hatte das Bezirksamt bestimmt, dass Hatchiban die Karaokeshow nur noch zwölf Mal im Jahr machen darf und dafür 1500 Euro zahlen muss. Karaokefans protestierten daraufhin im Internet, sogar die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete. Mehr Gebühr zahlen muss der Ire nun nicht.

Stadtrat Kirchner hadert weiterhin mit dem Zustand des Parks. Veranstaltungen hätten den geschädigt. Jedes Wochenende ist das Areal vermüllt. Ein Viertel des Grünflächenetats von 1,3 Millionen Euro müsse der Bezirk für die Müllentsorgung in Parks ausgeben. Das Geld würde er lieber in Spielplätze stecken, sagt Kirchner. Der Austausch der unterirdischen Müllcontainer, mit denen es technische Probleme gab, hat derweil begonnen. Die ersten sind entfernt, demnächst sollen neue in den Boden kommen. So lange stehen alte Gittercontainer im Park. Kirchner will eine Debatte darüber starten, „was man mit Grünanlagen macht, die nicht als solche genutzt werden“. Der Stadtentwicklungsausschuss Pankow werde sich an diesem Donnerstag mit dem Thema befassen. Christoph Spangenberg

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