Mauerpark-Randale : Berliner Polizei weist Kritik zurück

Zehn Tage nach den Ausschreitungen in Friedrichshain soll die Polizei erneut zu spät eingeschritten sein. Jugendliche hatten im Park ein Feuer entfacht, bei dem ein Müllcontainer in Brand geriet. Die Behörde widersprach der Kritik.

Berlin - Die Beamten hätten bei einem Vorfall im Mauerpark in Prenzlauer Berg "schnell und gut reagiert", sagte ein Polizeisprecher. Die "Berliner Zeitung" hatte berichtet, dass es dort zehn Tage nach den Auseinandersetzungen an der Rigaer Straße in Friedrichshain in der Nacht zu Mittwoch wieder eine Polizeipanne gegeben habe. Beamte seien spät gegen Jugendliche eingeschritten, die Feuer entfacht hatten. Außerdem seien zu wenige Polizisten vor Ort gewesen, deshalb konnten die Personalien der Beteiligten nicht aufgenommen werden.

Der Einsatz der Sicherheitskräfte bei der Randale in der Rigaer Straße war scharf kritisiert worden, weil sie abgezogen wurden und die Lage danach eskalierte. Linksautonome hatten dort unter anderem Mülltonnen und einen Pkw in Brand gesetzt. Polizeipräsident Dieter Glietsch wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem "schnellen Eingreifen" der Beamten.

"Erlebnisorientierte Jugendliche"

Im Mauerpark standen nach Angaben der Polizei 16 Beamten rund 50 junge, teils alkoholisierte Leute gegenüber. In einem internen Polizeibericht sei von "erlebnisorientierten Jugendlichen" die Rede, die "zum Teil der Antifa-Szene zuzurechnen sind", schreibt die Zeitung. Erst eine Dreiviertelstunde, nachdem die ersten Beamten das Feuer erblickt hatten, sei mit ihrem Einsatz begonnen und Platzverweise ausgesprochen worden. Inzwischen brannten nicht nur Lagerfeuer, sondern auch ein Müllcontainer. Laut Bericht sei auf Identitätsfeststellungen "auf Grund der Kräftelage verzichtet" worden.

Dagegen betonte der Polizeisprecher, es "bestand kein Anlass", die Personalien aufzunehmen. Die Jugendlichen hätten nicht randaliert und keine Straftaten begangen. Der zuständige Beamte habe seine "fehlerhafte Begründung" später selbst korrigiert, zumal er mehr Kräfte hätte anfordern können. Von einer Einsatzpanne könne deshalb keine Rede sein. (tso/ddp)

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