Mauerpark : Wohnbauten soll es nur noch im Norden geben

Im Streit um die Erweiterung des Mauerparks zeichnet sich ein Kompromiss ab. Der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Mitte hat ein neues Konzept beschlossen.

Im Streit um die Erweiterung des Mauerparks zeichnet sich ein Kompromiss ab. Der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Mitte hat ein neues Konzept beschlossen. Danach soll die Bebauung der westlich an den vorhandenen Park angrenzenden Fläche auf die nördliche und südliche Randzone beschränkt werden. Zwischendrin wird die gesamte Breite des zehn Hektar großen Grundstücks dem Mauerpark zugeschlagen.

Auf dieser Basis soll nun ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Der Grundstückseigentümer, die Vivico Real Estate, spricht von einem „richtigen Schritt in die richtige Richtung“. Zwar sei es nicht die „Ideallösung“, so Vivico- Sprecher Wilhelm Brandt, aber man sei sehr an einem Kompromiss mit Bezirk und Anwohnern interessiert.

Noch im Sommer hatte der Bezirk einen Entwurf mit einer durchgehenden Kette mehrgeschossiger Wohnblöcke am westlichen Parkrand präsentiert. Der ist vom Tisch. Nach dem neuen Konzept soll es nördlich der Gleimstraße ein Wohnquartier geben, das vor allem Baugruppen zur Verfügung gestellt wird. Im Süden, an der Bernauer Straße, ist Gewerbe geplant, unter Einbeziehung vorhandener Nutzer wie Flohmarkt und dem Lokal „Mauersegler“. Die Vivico könnte sich dort ein Hotel vorstellen. „Wir werden uns die Pläne genau ansehen“, verspricht Brandt.

Nach Angabe der Grünen sollen 5,6 Hektar der Erweiterungsfläche dem Park zugeschlagen werden, der Rest würde bei der Vivico verbleiben. Mit der gewerblichen Nutzung an der Bernauer Straße würden Konflikte zwischen Neubau-Bewohnern und den Parknutzern vermieden, heißt es, also könnte weiter getrommelt und gefeiert werden.

Die verschiedenen Anwohner-Initiativen sind sich in der Bewertung dieses Vorschlags nicht einig. Die „Freunde des Mauerparks“ sprechen von einer „erstaunlichen Wende“, Christian Rippel von der Gruppe „Mauerpark fertigstellen“ sieht nur einen „faulen Kompromiss“, gegen den man weiter vorgehen werde. Ankündigungen einer befreundeten Initiative, eine Bebauung des Areals gewaltsam zu verhindern, stuft er als „provokante Aussage“ herab, die nicht wörtlich zu nehmen sei. „Ich könnte mir eher vorstellen , dass sich Parknutzer an Bäume binden oder auf den Bauplatz legen.“ Aber so weit werde es gar nicht kommen. „Wir wollen die Bebauung mit rechtlichen Mitteln verhindern.“ loy

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