Berlin : Mauerradweg droht Lücke durch Ausbau der Bahn

Klaus Kurpjuweit

Rund zehn Millionen Euro stecken bereits im Ausbau des rund 160 Kilometer langen Mauerradwegs rings um das ehemalige West-Berlin. Nur bei der letzten Lücke fehlen noch rund 300 000 Euro. Dieses Geld will derzeit niemand aufbringen. Es ist erforderlich, unter den Gleisen der Dresdner Bahn bei Mahlow im Süden der Stadt einen Tunnel bauen zu können. Für den Neuaufbau der Bahntrasse, die den Mauerradweg schneidet, läuft derzeit das Genehmigungsverfahren – ohne den Tunnelbau. Doch ohne Tunnel müssten Radfahrer und Spaziergänger einen langen Umweg nehmen.

Die Bahn ist rechtlich nicht verpflichtet, den kleinen Tunnel zu bauen. Sie will deshalb das Geld dafür nicht aufbringen. Auch Berlin will nicht zahlen, weil der Weg hier auf Brandenburger Gebiet liegt. Beim Wiederaufbau der Anhalter Bahn hatte der Senat zwei Unterführungen im Verlauf des Mauerradwegs auf Brandenburger Gebiet noch finanziert. Für den Tunnel bei Mahlow müsste das brandenburgische Wirtschaftsministerium einen Förderantrag auf Aufbau-Ost-Mittel stellen, was bisher unterblieben ist.

Wer den Mauerradweg kennenlernen will, kann auch in diesem Jahr wieder an geführten Touren teilnehmen. Sie werden vom Grünen-Europa-Abgeordneten Michael Cramer organisiert, der als Berliner Parlamentsmitglied den Mauerradweg vor acht Jahren initiiert hatte. Start der ersten der insgesamt acht Etappen ist am Sonnabend um 14 Uhr am Potsdamer Platz. Cramer hat zum Mauerradweg auch ein Tourenbuch verfasst, dem ein Führer für die Strecke entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze gefolgt ist. Jetzt plant Cramer noch einen Band über die Route längs des früheren Eisernen Vorhangs (Iron Curtain Trail). Immer nach dem Vorbild des Berliner Weges, der allerdings bei Mahlow unterbrochen sein könnte. Klaus Kurpjuweit

Weitere Tourenhinweise unter

www.michael-cramer.eu

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