Berlin : Mauerreste Weltkulturerbe?

Archäologe will auch unscheinbare Überbleibsel schützen

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Wenn sich am kommenden Mittwoch, dem 13. August, zum 42. Mal der Mauerbau jährt, sind deren Überbleibsel doch in der Stadt kaum mehr zu finden. Dennoch gibt es sie. Der Archäologe Leo Schmidt von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus hat im Auftrag der Stadtentwicklungsverwaltung nach Mauerresten gesucht, die unter Denkmalschutz gestellt werden könnten. Dabei geht es nicht um die größeren, noch verbliebenen Mauerstücke, die längst unter Denkmalschutz stehen, sondern um unscheinbare, verborgene Reste der Grenzbefestigungen, beispielsweise Lichtmasten an der HeinrichHeine-Straße. „Die Zeit“ berichtet darüber in ihrer jüngsten Ausgabe.

Schmidt brachte am Mittwoch auch die Aufnahme der Mauerreste ins Weltkulturerbe ins Gespräch, als steinerne Zeugen des Kalten Krieges. Die Bauverwaltung bestätigte, dass der Archäologe und seine Mitarbeiter zwei Jahre unterwegs waren, um Mauerreste auf dem rund 43 Kilometer langen innerstädtischen Grenzstreifen zu dokumentieren: Geteerte Kolonnenwege, gekappte Panzersperren und zugemauerte Fenster. Auch jene „Entenanlegestelle“ in der Nähe der Schillingbrücke. Enten wurden von den Grenzern die Patrouillenboote genannt. Schmidt hätte vier dicke Dokumentationsbände vorgelegt. Die Dokumentation soll 117 000 Euro gekostet haben. Das Landesdenkmalamt will nun prüfen, was unter Schutz gestellt werden kann. Vor zwei Jahren waren letzte größere Mauerreste unter Denkmalschutz gestellt worden: Dazu gehörten Wachttürme und Mauerstücke an der Bornholmer Straße, am Mauerpark Prenzlauer Berg. Reste an der Bernauer Straße und die Eastside Gallery stehen schon länger unter Schutz.C. v. L./dpa

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