Berlin : Mauerspechte an der East Side Gallery

Gestern gab es ein paar symbolische Pinselstriche, der Presslufthammer ratterte. Es war der Auftakt für die Sanierung der 1,3 Kilometer langen East Side Gallery an der Mühlenstraße. Kosten: knapp 2,2 Millionen Euro. Zuerst soll die Bausubstanz des unter Denkmalschutz stehenden Mauerstückes gesichert werden. Die Mitglieder der Künstlerinitiative East Side Gallery sollen dann die 105 Kunstwerke, die seit ihrer Entstehung 1990 arg gelitten haben, originalgetreu rekonstruieren. „Es ist wichtig, die Mauer für die junge Generation zu erhalten“, findet Künstler Thierry Noir, „als Mahnmal und als Kunstwerk.“ Der russische Künstler Wjatscheslaw Schljachow legt selbst Hand an. Das herausgetrennte Mauerstück am Bootsanleger der O2-World mit seinem Bild wird zuerst saniert. Dann gehen die Arbeiten in sechs Abschnitten weiter.

Etwa 800 000 Besucher kommen jährlich zur East Side Gallery. Die Bilder konnten sie zuletzt jedoch kaum noch erkennen. Graffiti und Witterung haben ihnen zugesetzt. Im Herbst 2009 sollen sie in neuem Anstrich zu sehen sein – 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. mj

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