Berlin : Mauerstreifen: Amt will mit Investor reden

SPD-Expertin wundert sich über Flierls Taktik

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Das Vorgehen der Kulturverwaltung in Sachen Mauergedenkstätte irritiert nicht nur manchen Berliner, sondern auch Abgeordnete. Für die kulturpolitische Sprecherin der SPD Brigitte Lange ist es nicht nachvollziehbar, erst ein Gelände zu verplanen und dann mit den Eigentümern zu sprechen. Wie berichtet, hat der Besitzer des Grundstücks Ackerstraße 41 dort angefangen zu bauen. Das Grundstück gehört aber zu dem Gelände, dass Kultursenator Thomas Flierl (PDS) für seine erweiterte Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße benötigt. Seit 2002 gehört es einem Hamburger Investor, der in Berlin aber bereits mehrfach gebaut hat. Dessen Architekt, der Berliner Paul Ingenbleek sagte, dass der Investor in den nächsten Tagen nach Berlin kommen werde, um über die neue Lage zu sprechen. „Wenn die Stadt das Grundstück haben will, dann jetzt“, sagte Ingenbleek. Sowohl er als auch der Investor hätten von Flierls Plänen für das Grundstück nur aus den Medien erfahren, was Ingenbleek „ärgerlich“ nennt. Auf dem Grundstück plant der Investor ein fünfstöckiges Haus mit Eigentumswohnungen. Für zwei gebe es Käufer aus Hamburg und Köln. Auch die wüssten seit Wochen nicht, was aus ihren Plänen wird.

Die Ackerstraße 41 war im August 1961 Schaustelle einer dramatischen Szene: Als die Mauer gebaut wurde, sprang eine ältere Dame aus dem Fenster, um in den Westteil zu gelangen. Von oben zog die Volkspolizei an der Flüchtenden, von unten halfen ihr die Bürger.

Der Sprecher der Kulturbehörde wusste von den geplanten Gesprächen mit dem Investor, konnte aber keinen Termin bestätigen. ari

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