Maxim-Gorki-Intendant : "Lächerliche" Berliner Verbote stürzen

Der neue Intendant des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Armin Petras, will mit den Regeln in der Hauptstadt brechen. Auch die Berliner Vorurteile nerven ihn.

Hamburg/Berlin - "Ich finde, es gibt im Theater und in der Berliner Hipness-Welt viele lächerliche Verbote, aus Angst, dass etwas peinlich sein könnte", sagte der 42-Jährige dem "Kultur Spiegel". "Ich finde Wolfgang Borcherts 'Draußen vor der Tür' nicht peinlich, nur weil man es jahrzehntelang fast ausschließlich in der Schulaula von Bad Godesberg gespielt hat", fügte er hinzu. Für Petras ist Berlin mit Vorurteilen gepflastert. "Hier sind die Ostdeutschen ungeheuer stolz auf ihre Vorurteile und die Westdeutschen noch stolzer auf die ihren - und am schlimmsten sind die Stuttgarter, die gerade zu Besuch sind", sagte er.

Dass er die neue Spielzeit am Freitag und Samstag mit insgesamt zehn Neuinszenierungen eröffnet, habe "etwas Wahnsinniges", gab Petras zu. "Aber ich finde, es braucht ein Initiationsritual. Ich selbst überfordere mich ganz gern." Da das Theater aber nur 19 Schauspieler im Ensemble habe, dürfe keiner krank werden. (tso/ddp)

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