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Meckern über Berlin : Gerne eine Nummer größer!

99 Mal haben Tagesspiegel-Autoren steile Thesen zu Berlin vertreten – immer mit Ausrufezeichen. Die Zwischenbilanz: Wir können keine andere Stadt lieben, selbst wenn uns die anderen Berliner auf die Nerven gehen.

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Hundebesitzer werden von Nicht-Hundebesitzern verfolgt, Nicht-Hundebesitzer von Hundebesitzern - wie kann nur ein Berliner den anderen ertragen?
Hundebesitzer werden von Nicht-Hundebesitzern verfolgt, Nicht-Hundebesitzer von Hundebesitzern - wie kann nur ein Berliner den...Foto: dpa

Geht’s auch ’ne Nummer kleiner? Nein, geht es nicht. Es geht um Berlin, und darum geht es immer nur eine Nummer größer. Sonst hieße die redaktionelle Anstrengung im Tagesspiegel am Samstag auch nicht: „Mehr Berlin“. Ebend. Intern nennen wir den Aufmacher auf der Schlussseite „Rant“, was aus dem Englischen mit Tirade nicht schlecht übersetzt ist. Im Rant ist alles versammelt: Leitartikel, Editorial, Transpiration, Inspiration, Blog, Meinungsrülpser, Feingrübeln und Grobschlachten. Langeweile ist strengstens verboten. Also endet jede Überschrift mit dem entschlossensten aller Ausrufezeichen. Jawoll! Kannste mal sehen! Lesen Se rein, können Se besser rausdenken! Ein Stadtfeuilleton der besonderen Art. 99 Mal erschienen, 99 Mal ist was passiert.

Wie soll Berlin, wie soll das Zusammenleben organisiert sein, wie kann ein Berliner den anderen Berliner ertragen? Das ist die Generallinie. Mehr Gemeinsamkeit geht nicht. Jedem, der schreibt, ist klar, dass sein „Berlin“ nur eine Woche lang durchhält. Dann wird der nächste Bär durchs Gehege getrieben. Trotz aller Heterogenität, Originalität und Subversion lassen sich die Themen in der Rückschau zu Komplexen (Achtung: doppeldeutig!) bündeln.

Berliner sind vom Berliner genervt

Die Nachricht, dass hier nicht 3,5 Millionen, sondern nur 3,3 Millionen Berliner leben, dieser Jubel hält der Erkenntnis nicht stand, dass der eingeborene Berliner sich von den Zugezogenen angestarrt fühlt. In seiner Heimatstadt fühlt er sich als Außenseiter verfolgt. Aber er ist nicht allein, denn:

Der Wohnungseigentümer fühlt sich verfolgt!

Der Zuzügler fühlt sich verfolgt!

Der Friedrichshainer fühlt sich verfolgt!

Berlin ist nicht sicher, alle Berliner fühlen sich verfolgt!

Die Landeskinder werden verfolgt, sie bekommen an den Unis zu wenige Studienplätze!

Im Netz werden alle verfolgt!

Kinder werden verfolgt, sprich aus den Cafés ferngehalten! Retourkutsche: Cafébesucher werden verfolgt, weil Kinder nicht ferngehalten werden!

Nicht-Hundebesitzer werden verfolgt von Hundebesitzern! Retourkutsche: Hundebesitzer werden von Nicht-Hundebesitzern verfolgt!

Klimaanlagen verfolgen den frierenden Berliner!

DDR-Fahnenmasten werden verfolgt!

Kampfradler, Falschparker, Rechtsabbieger müssen verfolgt werden!

Spätis werden verfolgt!

Behinderte bitte nicht verfolgen!

Mehr Englisch sprechen, dann folgen Fachkräfte!

Der Winter verfolgt Berlin!

Der Dauerdazwischenquatscher in Kino und Theater muss verfolgt werden!

Deutschlandfahnenschwenker werden verfolgt! Retourkutsche: Schwarz-Rot-Gold für alle!

Berlin-Kritiker müssen verfolgt werden!

Mehr freundliche Kellner, sonst verfolgt der Berliner andere Interessen als Essen & Trinken!

Abwesende Zweitwohnsitzler müssen verfolgt werden!

Der RBB gehört verfolgt!

Wer nicht nett zum anderen ist, muss verfolgt werden!

Der Modemuffel muss verfolgt werden!

Mecker-Senioren müssen verfolgt werden!

Die Autofahrer müssen verfolgt werden!

Die Promi-Melder müssen verfolgt werden!

Plauzen-Protzer müssen verfolgt werden!

Überbreite und öffentlich ausgestellte Taillen müssen verfolgt werden!

Wie der Berliner den Berliner weniger nervt

Schluss mit der Egal-Haltung! Alle engagieren sich irgendwie und irgendwo, auf jeden Fall gleich.

Alle zeigen Privatcourage.

Feuerwerk zu Silvester!

Kitaplätze für alle und genau dort, wo die Eltern wohnen!

Künstler können nicht kreativ sein, weil sie in Berlin so günstig saufen können.

Künstler sollen weniger saufen, dann sind sie kreativer!

Wenn eine Demo angemeldet ist, bitte hingehen! Schärfer: Heraus zur Demo am 1. Mai! Retourkutsche: Am 1. Mai zu Hause bleiben!

Schuhe ausziehen beim Eintritt in eine Berliner Wohnung, aber zacki!

Mehr Ferienwohnungsnutzer bitte, nur so kommt Berlins sitzen gebliebene Unterhemdfraktion unter Druck.

Unser Berlin muss anders werden

Zu viel Lärm ist immer, Friedhofsruhe ist schlimmer. Aber in Restaurants bitte keine Musik mehr! Der Berliner will in Ruhe essen & trinken.

Her mit der Sperrstunde!

Im Sommer stellen Restaurants, Cafés und Kneipen Tische und Stühle nach draußen. So werden Fußgänger gentrifiziert!

Laternen, Theater, Traditionscafés – ständig verschwindet in Berlin Geschichte.

Der „Boulevard der Stars“ muss weg!

Das „Berghain“ muss gegen alle Journalisten-Spießer verteidigt werden!

Die Gema ruiniert die Clubs! Retourkutsche: Die Gema verhindert kein Clubsterben, das besorgen die Clubs schon selber.

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