Mecklenburgischen Seenplatte : Fürstlich feiern

An der Mecklenburgischen Seenplatte reihen sich viele Schlösser aneinander - und bieten schöne Reiseziele.

Claus-Dieter Stever

Schlösser, Guts- und Herrenhäuser stehen dicht an dicht an der Mecklenburgischen Seenplatte, und nur zwei von ihnen sind in staatlichem Besitz. Im Unterschied zu anderen Regionen ging an der Seenplatte nach der Wiedervereinigung kaum eines der rund zwei Dutzend Häuser an ehemalige Eigentümerfamilien zurück. Ausgerechnet in dieser idyllischen Region konnten sie sich nicht für die Erhaltung der alten Gemäuer begeistern – und neue Schlossherren bekamen die Chance, sich eine Existenz aufbauen. Doch diese Eigenheit wirkt sich keineswegs negativ auf die Tourismusbranche der Region aus. Im Gegenteil. Da fast alle Schlösser und Herrenhäuser als Hotel geführt werden, bieten sie Touristen eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten.

„Gerade die verborgene Schönheit wirkte wie eine Herausforderung auf uns“, sagt Guido Gabriel Walloschke, der mit seiner Familie die beiden Märchenschlösser Klink und Groß Plasten übernahm. In dem kleinen Dorf Klink zum Beispiel steht das Schmuckstück der Walloschkes seit nun zehn Jahren Touristen als Luxushotel offen. Viele Hochzeiten und Familienfeiern finden in der reizvollen Landschaft statt.

Auch für aktive Urlauber haben die Häuser an der Seenplatte ein reiches Angebot: Das Herrenhaus in Ludorf ist einen guter Ausgangspunkt am Müritzradrundweg. Von Woldzegarten aus kann man ausgiebige Wanderungen unternehmen und vom Schloss Groß Plasten ist es nur ein Katzensprung zu den 1000-jährigen Eichen von Ivenack.

Diese Nutzung der herrschaftlichen Häuser war in den vergangenen Jahrzehnten nicht abzusehen. Nach Militärkommandantur und Vertreibung der Eigentümer im Zuge der Bodenreform 1945 folgten in der Regel Flüchtlingsfamilien. Später zogen auch Ferienheime volkseigener Betriebe in die Gemäuer – doch dieser Tourismus ist lange passé.

Weiteres dazu im Internet: Mecklenburgischen Seenplatte.

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