Berlin : Medaille für den Mäzen Werner Otto mit Hamburger Orden geehrt

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Seine Hemden und Hausschuhe bestellt er noch immer bei sich selbst. Seinen ersten Katalog gab Werner Otto im Herbst/Winter 1950/1951 in Hamburg heraus, wohin es den gebürtigen Seelower nach dem Krieg verschlagen hatte. 28 Paar Schuhe umfasste das erste Versandangebot. Heute ist der OttoVersand in 21 Ländern der Welt vertreten – und sein Gründer einer der wenigen noch lebenden Pioniere der Wirtschaftswunderzeit. Am 13. August feiert Werner Otto übrigens seinen 96. Geburtstag. Die Führung des Versandhandels und der Immobiliengesellschaft ECE, die erfolgreiche Einkaufscenter baut und betreibt, hat er an seine Söhne Michael und Alexander Otto abgegeben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sich Werner Otto auf dem Altenteil und seinem Milliarden-Vermögen ausruht. Unternehmertum war und ist für ihn auch immer soziale Verpflichtung für die Gemeinschaft. Die Liste dieser Aktivitäten ist lang. So springt die 1969 gegründete „Werner Otto Stiftung“ im medizinischen Forschungsbereich dort ein, wo der Staat finanziell passen muss.

Das brandenburgische Seelow verdankt seinem berühmten Sohn eine neue Kirche, und Potsdam das renovierte Belvedere auf dem Pfingstberg. Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt bekam dank des Neu-Berliners Werner Otto eine moderne Bühne. In Amerika erhielt die Harvard-Universität von dem deutschen Mäzen einen Museumsneubau, um Kunst deutschsprachiger Expressionisten unterbringen zu können. Und in Hamburg wäre ohne Werner Ottos Unterstützung nicht die Umgestaltung des Jungfernstiegs ins Laufen gekommen. Im Mai 2006 soll er fertig sein – mit Hilfe des Professors der Freien und Hansestadt Hamburg, des Ehrendoktors und Ehrensenators der Universität Hamburg, ist doch Werner Otto mit fünf Millionen Euro an der Umgestaltung der hanseatischen Edelmeile beteiligt.

Das sind nur einige der Verdienste, denen gestern in Berlin unter anderen Christina und Johannes Rau sowie Sabine Christiansen ihren Beifall zollten. Sozusagen auf heimischem Boden zeichnete der Erste Bürgermeister Ole von Beust in der hamburgischen Landesvertretung Otto im Beisein seiner Ehefrau Maren , seiner Söhne und Enkelkinder als „ein Musterbeispiel für einen engagierten Hanseaten“ mit der „Bürgermeister-Stolten-Medaille“ aus. Sie ist eine der höchsten Ehrungen, die Hamburg zu vergeben hat. hema

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