Mediaspree : Das 180-Kilo-Baby trocknet jetzt in der Strandbar

Die Hauptattraktion des Protestes gegen das Mediaspree-Projekt durfte nicht wie geplant vor dem Roten Rathaus abgelegt werden. Nun liegt die Puppe in der Bar 25.

Tanja Buntrock

Es war zweifelsohne die Hauptattraktion des Protests gegen das Mediaspree-Projekt am Wochenende: das Riesenbaby. Mit dieser Styropor-Puppe demonstrierten die Gegner symbolisch gegen die Bauprojekte am Spreeufer. 180 Kilogramm schwer und fünf Meter lang ist die Puppe des Künstlers Ernst Handl. Was das Ganze sollte? „Sie stellt die bedrohten Wirtschafts-, Kunst- und Kulturprojekte im Bereich der Spree dar und ist ein Symbol für die Stadtumstrukturierung“, erklärt die Mitorganisatorin des Protests „Megaspree“, Christin Bolte.

Doch der Plan, das Baby – nachdem es über die Spree geschippert worden war – vor dem Roten Rathaus mitsamt einer „Adoptionsurkunde“ abzulegen und eine Mahnwache abzuhalten, ging nicht auf. „Die Polizei hat uns nicht erlaubt, die Puppe vorm Rathaus abzulegen.“ Deshalb trugen die Protestierenden das Baby am Abend weiter zur Abschlusskundgebung am Molkenmarkt und improvisierten dort. Eine Schauspielerin verkleidete sich spontan als Bundeskanzlerin Angela Merkel und nahm die Adoptionsurkunde entgegen, sagt Bolte. Danach wurde die Puppe wieder auf einen der Transporter geladen und zurück zur ebenfalls bedrohten Strandbar „Bar 25“ gebracht. Dort liegt sie nun erstmal. Für die Mediaspree-Gegner sei die Protestaktion ein „voller Erfolg“ gewesen. 10 000 Leute hätten mitgemacht. Die Polizei hingegen zählte 3000 Teilnehmer. tabu

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