Berlin : Medizintechnikhängt an Kliniken

NAME

Ein leichter Groll schwingt mit, wenn Helmut Kunze über seinen Job spricht. Kunze wird dafür bezahlt, Berlin zu einem „Kompetenzzentrum“ für die Medizintechnik zu machen. Doch dafür, glaubt er, muss die Stadt noch ein bisschen nachlegen. „In Berlin geht man sehr schlecht mit Investoren und ansiedlungswilligen Unternehmen um“, sagt Kunze, der das Zentrum für Medizintechnik leitet, eine Initiative der Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin. Es gebe zu viele Institutionen, die unkoordiniert arbeiten und eifersüchtig ihre Claims abstecken. Zu viel Zeit vergehe, bis über Förderantrage entschieden werde. „Das geht völlig an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbei.“

Trotzdem hat sich die Medizintechnik in Berlin in den letzten Jahren dynamisch entwickelt und gilt inzwischen als ebenbürtig mit innovationsfreundlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern. Im Schatten der glamouröseren Biotechnologie sind rund um die großen Kliniken wie das Deutsche Herzzentrum, die Charité oder das Unfallkrankenhaus Marzahn rund 150 zumeist kleinere Unternehmen entstanden, die rund 4800 Menschen beschäftigen. Einer der größter Arbeitgeber ist mit gut 210 Mitarbeitern die börsennotierte Eckert & Ziegler, Spezialistin für die Entwicklung und Produktion von schwach radioaktiven Strahlenquellen. Aber auch Neue-Markt-Firmen wie Rösch Medizintechnik, World of Medicine oder aap Implantate gehören zu den Vorzeigeunternehmen. Kunze ist überzeugt, dass es mehr Firmen sein könnten, wenn die Institutionen besser zusammarbeiteten. Christoph Lang, Sprecher der Wirtschaftsverwaltung, will von Querelen allerdings nichts wissen. „Wenn ein ansiedlungswilliges Unternehmen nach Berlin kommt, dann rollen wir ihm den roten Teppich aus.“ pet

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben