Berlin : Meer erleben: Ozeaneum öffnet im Juli

In einem 60 Millionen Euro teuren Bau wird künftig die Unterwasserwelt von Nord- und Ostsee gezeigt

Ausgerechnet ein in einem alten Kloster untergebrachtes Museum hatte zu DDR-Zeiten die meisten Besucher. Die jährlich 900 000 Neugierigen kamen allerdings nicht wegen eines restaurierten Kreuzgangs oder eines besonderen Altars in das Gebäude im Stralsunder Zentrum. Es waren Einblicke in die sonst nicht zugängliche Welt der großen Meere und Ozeane mit ihren faszinierenden Tieren und Pflanzen, die die Massen anzogen. Das „Museum der Meereskunde und Fischerei der DDR“ übte auf die Touristen eine beispiellose Anziehungskraft aus. Noch heute hängt im Chor der einstigen Kirche ein 15 Meter langes und 1000 Kilogramm schweres Skelett eines 1825 an der Küste Rügens gestrandeten Finnwals.

Im Vergleich zu den Jahren vor 1989 werden heute zwar rund 300 000 Tickets weniger verkauft, doch damit steht das Stralsunder Meeresmuseum immer noch auf dem Spitzenplatz in Norddeutschland. Und ab Mitte Juli werden sicher noch mehr Besucher kommen. „Dann eröffnen wir direkt am Strelasund unseren großen Ableger, das Ozeaneum“, sagt der Pressesprecher Jens Oulwiger. „Während sich das Meeresmuseum im Katharinenkloster in 37 Aquarien den tropischen Meereswelten widmen wird, zeigen wir im rund 60 Millionen Euro teuren Neubau in 39 großen Becken mit 7000 Tieren das Leben in Ost- und Nordsee sowie dem Nordatlantik.“ Die Ausstellung beherbergt dann auch die weltweit größte Ausstellung über Wale, die „Giganten der Meere“.

Der Museumsneubau entsteht zwischen historischen Speichergebäuden auf der nördlichen Hafeninsel – und macht architektonisch schon von weitem auf sich aufmerksam. Große, helle Stahltafeln bilden die Außenfassade. Sie symbolisieren geblähte Segel.

Innen erwartet die Besucher eine Ausstellung, die „bewusst als eine Erlebniswelt angelegt ist“, sagt Oulwiger. „Aber sie wurde auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Kenntnisse zusammengestellt und ist deshalb weit mehr als bloße Unterhaltung.“ Ste.

Weitere Informationen im Internet:

www.ozeaneum.de

www.meeresmuseum.de

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