Meeresspiegel-Anstieg: Berliner fürchten um Sylt : Wo bitte ist die Weltretterbewegung gegen den Klimawandel?

Die Erderwärmung ist menschengemacht, sagen die Experten der Vereinten Nationen - und sie bedroht die Existenz aller. Viele Berliner und Brandenburger wollen sich engagieren. Nur: Wo und wie?

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Art in Gefahr. Eisbären sind bedroht, Menschen ebenso. Der aus anderen Gründen früh verstorbene Eisbär Knut aus dem Berliner Zoo war Klimawandel-Symboltier der UN.
Art in Gefahr. Eisbären sind bedroht, Menschen ebenso. Der aus anderen Gründen früh verstorbene Eisbär Knut aus dem Berliner Zoo...Foto: dapd

Sylt wird wohl mit als erste deutsche Insel versinken – das Eiland, auf dem viele Berliner ihren Kurzurlaub verbringen. Sie wird voraussichtlich innerhalb eines Menschenlebens zu großen Teilen vom Ozean verschluckt. Davor warnen Wissenschaftler, denn das Wasser dehnt sich infolge der Erwärmung aus, und die Polkappen schmelzen immer schneller. Doch zu unvorstellbar sind diese Szenarien, zu hilflos fühlt sich jeder Einzelne. Aus Bequemlichkeit neigt man dazu zu sagen: Andere sind schuld, und was kann ich allein schon ausrichten. Doch dieses Denken ist gefährlich, geht es doch um unsere Existenz. Gerade hat der Weltklimarat IPCC seine Prognose drastisch nach oben korrigiert. Bei ungebremsten Emissionen wird der arktische Ozean wahrscheinlich schon vor der Mitte des Jahrhunderts im Sommer praktisch eisfrei sein. Der Anstieg des Meeresspiegels werde sich weiter beschleunigen, um 28 bis 98 Zentimeter bis 2100. Laut dem Potsdamer Experten Stefan Rahmstorf liegt dieser Wert um mehr als 50 Prozent über den alten Projektionen. Bei ungebremsten Emissionen rechnet der IPCC bis 2300 mit einem globalen Meeresspiegelanstieg um ein bis drei Meter. Laut IPCC werde sich die Temperatur im Extremfall um fast fünf Grad erhöhen.

Hallo, aufwachen! Wir brauchen eine Weltretterbewegung, nicht nur Greenpeace, Naturfreunde und Co.! Die Kirchen müssen die Schöpfung schützen. Das Rote Kreuz startete eine Klimakampagne, immerhin, es erwartet mehr Einsätze nach Naturkatastrophen und Kriegen um Wasser und Land. Aber wo können Berliner und Brandenburger mittun, wenn sie für alternative Flugzeug- und Frachtschiff-Antriebe streiten wollen, für weltweit gerechte Lebensverhältnisse und gegen Konsum ohne Grenzen? Wer hilft, helfen zu können? Es bleibt dabei: Wir brauchen eine Weltretterbewegung. Damit nicht viele Einzelne sich Sorgen machen, sondern sich effektiv engagieren können.

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