Mehdorn-Nachfolge am BER : Entscheiden, jetzt!

Beim BER ist die Trendwende gelungen: Mit Karsten Mühlenfeld und Michael Clausecker bewerben sich zwei angesehene Manager den Chefposten. Es wäre deshalb fatal, die Nachfolgesuche für Hartmut Mehdorn erneut zu vertagen. Ein Kommentar.

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Der Platz von Hartmut Mehdorn wird bald frei - die Entscheidungsträger sollten deshalb mal vor allem eins machen: entscheiden.
Der Platz von Hartmut Mehdorn wird bald frei - die Entscheidungsträger sollten deshalb mal vor allem eins machen: entscheiden.Foto: Patrick Pleul/dpa

Vorhang auf zum Showdown in Schönefeld: Heute tagt am unvollendeten Pannenflughafen wieder einmal der Aufsichtsrat, einziger Tagesordnungspunkt: Die Nachfolge des flüchtenden Flughafenchefs Hartmut Mehdorn, der entnervt von Auseinandersetzungen mit den Aktionären Berlin, Brandenburg und dem Bund, vorzeitig hinschmiss. Um die Neubesetzung des Schlüsselpostens laufen politische Schaukämpfe, die mit den Erfordernissen des Milliardenprojektes im Grunde nichts mehr zu tun haben. Dabei ist das, was jetzt möglich ist, schon eine Trendwende zum Besseren beim Berliner Airport, der mit mehrfach verschobenen Eröffnungen und explodierenden Kosten längst zur deutschen Blamage wurde.

Wer hätte es für möglich gehalten, dass für den Chefsessel, den lange niemand wollte, der als Schleudersitz gilt, einmal zwei honorige Top-Manager zur Verfügung stehen? Der frühere Rolls-Royce-Mann Karsten Mühlenfeld und der ehemalige Deutschland-Chef von Bombardier, Michael Clausecker, die sich beide heute dem Aufsichtsrat vorstellen, haben das Format für den Posten. Beide sind bekannt für Durchsetzungsstärke, für einen diplomatischen, aber trotzdem verbindlich-beharrlichen Management-Stil; beide sind auch Gegenentwürfe zu Mehdorn, der immer wieder die Parlamente ohne Not vergrätzte.

Trotzdem will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Entscheidung erneut vertagen, ohne auch nur ein einziges plausibles Argument dafür vorbringen zu können. Mit seinem Vorstoß, Leipzig zur BER-Außenstelle zu machen, hat er zudem einem alten Verdacht neue Nahrung gegeben: dass es ihm im Grunde darum geht, den Berliner Flughafen möglichst schwach zu lassen im Interesse des Münchener Hauptkonkurrenten. Nein, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) dürfen sich vom bayerischen Regionalminister in der Bundesregierung nicht vorführen lassen. Noch gilt: Der Flughafen der deutschen Hauptstadt ist ein Projekt gesamtstaatlicher Bedeutung für die Bundesrepublik, sein Erfolg hat auch etwas mit dem Ansehen Deutschlands in der Welt zu tun.

Entscheidet, jetzt!

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