Berlin : Mehr als ein Denkmal für Wowereit Müller bleibt bei Plänen für Tempelhof-Bebauung

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„Die Infrastruktur muss weiterentwickelt werden“, sagte SPD-Stadtentwicklungssenator Michael Müller am Donnerstag. Für die Berliner und die zu erwartenden Zuzügler müsse man konkret über Möglichkeiten diskutieren. Dazu gehöre auch der Wohnungsbau. Und Müller stichelte auch gegen die CDU, die vor einigen Jahren den gescheiterten Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tempelhof unterstützt hatte. „Ich bin froh, dass wir dort keinen Flugbetrieb mehr haben“, sagte Müller. Auf dem Feld sollten an drei Stellen 1700 Wohnungen entstehen. „Ich möchte schnell bauen, ich will Miethöhen zwischen sechs und acht Euro“, sagte Müller. Dafür habe er zwei Wohnungsbaugesellschaften und eine Wohnungsbaugenossenschaft gewinnen können.

CDU-Christdemokrat Stefan Evers ist „nicht bange vor einem Volksentscheid“. Er forderte eine „lebendige Nutzungsmischung“, über die diskutiert werden müsse. Auch die CDU will die Bebauung der Randflächen und die Erhaltung der Freifläche. Darin sind sich Koalition und Opposition einig. Müller schloss nicht aus, die Freifläche auch „gesetzlich abzusichern“. Offensiv verteidigte er die geplante, aber in der Koalition strittige Zentrale Landesbibliothek. Als Ort der Kommunikation und Medientreffpunkt sei dieser Bau in einem weltoffenen Berlin unerlässlich. Bei der ZLB gehe es nicht um „irgendeine Bücherei oder einen Gedenkbau für Wowereit“.

Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek dagegen sagte, dass der Senat beim Tempelhofer Feld „so auf die Tube“ drücke, lasse sich nur so erklären, dass Wowereit „wenigstens irgendein Bändchen in dieser Legislatur“ noch „durchschnippeln“ wolle. Die Grünen fordern ein Planungsmoratorium bis zum Ergebnis des voraussichtlichen Volksentscheides der Initiative „100 % Tempelhofer Feld“. Der geplante Wohnungsbau dort sei nichts weiter als ein Köder für eine weitere Entwicklung, sagte Stadtentwicklungspolitikerin Katrin Lompscher von den Linken. Jetzt müsse ein Meinungsstreit entstehen über Argumente und Zahlen. Philipp Magalski von den Piraten sagte, er könne Bedenken gegen die Randbebauung nachvollziehen. Alle Planungen müssten jetzt „eingefroren werden“. Sabine Beikler

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