Berlin : Mehr antisemitische Taten

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In Berlin ist die Zahl der registrierten antisemitischen Vorfälle gestiegen. Aktuellen Polizeizahlen zufolge wurden im Jahr 2009 insgesamt 242 antisemitisch motivierte Taten angezeigt. Im Vorjahr waren es noch 197 polizeibekannte Vorfälle. Im Jahr 2001 hatte das Landeskriminalamt offiziell 105 Taten als antisemitisch motiviert eingestuft.

Im vergangenen Jahr sind vor allem Propagandadelikte als antisemitische Taten angezeigt worden – etwa Volksverhetzung mit 143 Fällen. In 33 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung, in 17 Fällen wegen Beleidigung oder Verleumdung, und in neun Fällen wegen Körperverletzung ermittelt. Die Polizei überprüfte 124 Tatverdächtige. Noch nicht bekannt ist derzeit, wie viele der Verdächtigen angeklagt oder verurteilt worden sind. Eine aktuelle Untersuchung über antisemitische Täter gibt es nicht.

Bei der Jüdischen Gemeinde der Stadt zeigte man sich am Sonntag nicht überrascht. Derart viele Vorfälle seien leider fast zu erwarten gewesen, sagte Levi Salomon, der Beauftragte der Jüdischen Gemeinde zur Bekämpfung des Antisemitismus, dem Tagesspiegel. „Ich gehe davon aus, dass viele antisemitische Taten gar nicht bekannt werden, weil sie entweder nicht zur Anzeige kommen oder aber nicht als antisemitisch eingestuft werden“, sagte Salomon.

Erst diesen März wurden zwei zehnjährige Mädchen, wie im Tagesspiegel berichtet, am S-Bahnhof Wannsee von einem 61-jährigen Mann antisemitisch beleidigt. Im Februar hatten Unbekannte an einem Haus in Prenzlauer Berg, in dem ein linkes Projekt untergebracht ist, zwei Davidsterne neben ein Hakenkreuz gesprüht. Zuvor hatte jemand an die Wand des Anne-Frank-Zentrums in der Rosenthaler Straße in Mitte das Wort „Jude“ geschrieben.Hannes Heine

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