Berlin : Mehr Anzeigen zu häuslicher Gewalt Drei Viertel der Opfer sind Frauen

In Berlin werden immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt der Polizei gemeldet. So stieg die Zahl der Opfer zwischen 2004 und 2010 um fast 5300 auf 12 820 Personen, wobei einzelne Opfer innerhalb eines Jahres mehrfach erfasst wurden. Das teilte die Senatsfrauenverwaltung am Samstag in Berlin in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aus der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses mit. Die Daten belegten, dass immer mehr Opfer von Gewalt in der Familie oder zwischen Partnern in einem Haushalt bereit sind, eine Strafanzeige zu erstatten. Drei von vier Gewaltopfern seien dabei nach wie vor Frauen. Ein größer werdendes Problem der häuslichen Gewalt an Männern sieht der Senat nicht.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei insgesamt 15 972 Fälle häuslicher Gewalt. Die meisten Straftaten wurden im Bezirk Mitte registriert (2223), gefolgt von Neukölln (1872) und Charlottenburg-Wilmersdorf (1498). Die wenigsten Fälle gab es in Steglitz-Zehlendorf (743) und Treptow-Köpenick (674). In immerhin 3000 der fast 14 000 Fälle waren Männer die Opfer.

Als Anlaufstellen stehen Gewaltopfern in Berlin unter anderem fünf Fachberatungs- und Interventionsstellen, sechs Frauenhäuser und 41 Zufluchtswohnungen zur Verfügung. Zudem würden Frauenzentren sowie Projekte speziell für Frauen nicht-deutscher Herkunft gefördert, die auch gewaltbetroffene Frauen mit Migrationshintergrund berieten, heißt es in der Antwort des Senats. Auskunft über Hilfsmöglichkeiten bietet neben der Polizei die telefonische Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt (BIG) unter 030-6110300. Sie ist nach eigenen Angaben täglich zwischen 9 und 24 Uhr besetzt. epd

Internet: www.big-hotline.de,

www.gewaltschutz.info

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