Berlin : Mehr Betrieb in Berlin

TV-Produktionsfirma MME kommt nach Berlin. Auch Siemens baut Vertriebszentrale an der Spree auf

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Die Hamburger TVProduktionsfirma MME AG zieht nach Berlin: Der genaue Umzugszeitpunkt steht zwar noch nicht fest, doch kündigte das Unternehmen an, nach der Übernahme der Münchner Moviement GmbH seinen Standort zu verlagern. Auch der Siemens-Konzern wird seine Berliner Niederlassung stärken und hier künftig die Deutschland-Vertriebsleitung seiner 13 Unternehmenssparten aufbauen.

Fast zeitgleich mit der Ankündigung, dass der frühere Sat1-Chef Martin Hoffmann neuer Vorstandsvorsitzender der Hamburger Firma MME wird, teilte das Unternehmen den geplanten Umzug mit. „Das Ziel für die Holding und die MME ist Berlin“, sagte Martin Hoffmann dem „Spiegel“. Wie viele Arbeitsplätze in Berlin entstehen und wie hoch die Investitionsförderung für den MME-Standortwechsel sein wird, darüber herrscht Stillschweigen. „Wir sind noch in Verhandlungen mit der Senatsverwaltung und der Investitionsbank“, sagte Hoffmann dem Tagesspiegel. Von der Senatswirtschaftsverwaltung war am Sonntag keine Stellungnahme zu erhalten. MME ( „Me, Myself & Eye“) wird mit der Übernahme von Moviement zu einem der größten TV-Produktionsunternehmen in Deutschland mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. MME produzierte unter anderem „Top of the Pops“ und „The Dome“. Die Münchner Moviement GmbH hat über Tochterfirmen für Sat1 bisher Gerichtsshows wie „Richterin Barbara Salesch“ produziert.

Bereits kürzlich war bekannt geworden, dass der Siemens-Konzern seinen Vertrieb neu organisiert und die Leitung des Bereichs in Berlin ansiedelt. Bislang hat jeder Geschäftsbereich des Konzerns einen eigenen Vertrieb, künftig soll jeder Vertriebsmitarbeiter einen Kunden mit der kompletten Produktpalette des Unternehmens versorgen. Nach Angaben des Berliner Siemens-Sprechers Harald Prokosch sind allein im Vertriebsbereich mehr als 20000 Mitarbeiter bei Siemens in Deutschland beschäftigt, davon rund 2000 in der Spandauer Nonnendammallee. Mit der Vertriebsstruktur, die Anfang Oktober eingeführt werden soll, muss für diesen Bereich auch eine Leitung gefunden werden. Wer der Chef – vermutlich im Rang eines Vorstandsmitglieds – wird, ist ebenso offen wie die Zahl der Mitarbeiter, die zusätzlich in Berlin für Leitungsfunktionen gebraucht werden. Schätzungsweise werden es rund 100 sein.

Vor kurzem sagte PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf, er werde sich über weitere Ansiedlungen freuen können, und prognostizierte im Tagesspiegel-Interview: „Berlin wird eine der wachstumsstärksten Regionen werden, betrachtet man die Zukunftstechnologien.“ sib/alf

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