Berlin : Mehr Einser, weniger Durchfaller

Bilanz des Abiturs 2005: Gleich 35 Schüler schafften die Traumnote 1,0. Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster mit bestem Notendurchschnitt

Susanne Vieth-Entus

Das Abitur 2005 dürfte in die Geschichte eingehen: Die Statistiker der Schulverwaltung erinnern sich nicht daran, dass es jemals so viele 1,0-Abschlüsse wie dieses Jahr gegeben hat. 35 Abiturienten erreichten die Traumnote.

Die Auswertung der 14175 Abiturprüfungen ergab einige Überraschungen: Dazu zählt beispielsweise der gesunkene Anteil der „Durchfaller“. Er lag bei 8,06 Prozent und damit niedriger als in den Vorjahren, aber immer noch höher als im Bundesschnitt. Auffallend sind die Unterschiede zwischen den Bezirken: In den sozial eher problemlosen Gebieten fallen nur fünf bis sieben Prozent durch, in Mitte dagegen fast zwölf Prozent.

Aber für Mitte gab es auch gute Noten: Da gibt es nicht nur die Problemschulen aus Wedding oder Tiergarten, sondern auch das Musikgymnasium Carl-Philipp-Emanuel Bach, das den Spitzenschnitt von 2,15 erreichte. Noch besser steht in Berlin nur das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster (Wilmersdorf) mit 2,08 da. Ansonsten gehören – wie immer – das Canisius Kolleg (Tiergarten), das Heinrich-Hertz-Gymnasium (Friedrichshain), das Gymnasium Steglitz und das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium (Lichtenberg) zu den Spitzenreitern. Bei den Gesamtschulen liegen John-F.-Kennedy (Zehlendorf), Gustav-Heinemann (Marienfelde) und Martin-Buber (Spandau) ganz vorn, bei den Berufsschulen die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik sowie Lise-Meitner und das Oberstufenzentrum Handel I.

Der Gesamtberliner Schnitt blieb wie im Vorjahr bei 2,7. Die häufigste Note war die 3,2 (871 Mal), die seltenste die 3,9 (ein Mal). Nur 757 Abiturienten – 5,8 Prozent – hatten einen ausländischen Pass. Darunter waren 183 Türken, 78 Polen und 47 Vietnamesen. Das beliebteste Leistungsfach war Biologie gefolgt von Englisch und Deutsch.

Der hohe Anteil von 1,0-Abiturienten könne mit den Abi-Schnellläufern zu tun haben, vermutet Hinrich Lühmann vom Humboldt-Gymnasium. Allein an seiner Schule schafften fünf Schüler die 1,0– darunter vier des Expressabi-Zuges, der ab Klasse 11 mit den übrigen Schülern zusammengelegt wird. Die Schnellläufer zögen die anderen mit, berichtet Lühmann. Das Lernen werde „intensiviert“.

Dem Tagesspiegel liegt heute eine Sonderbeilage mit allen Abiturientennamen bei, sofern sie von ihren Schulen weitergemeldet wurden.

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