Berlin : Mehr Fahrgäste in Bus und Bahn

BVG und S-Bahn rechnen aber in Zukunft mit weniger Kunden

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Berliner und Touristen sind im vergangenen Jahr häufiger Bahn und Bus gefahren als 2002. Die BVG zählte 890,3 Millionen Fahrgäste; ein Vergleich mit dem Vorjahr ist wegen geänderter statistischer Methoden nicht möglich. Fest stehe aber, dass es mehr Fahrgäste waren, heißt es. Bei der SBahn waren es nach den vorläufigen Zahlen mit 315 Millionen drei Prozent mehr. Bundesweit lag der Fahrgastzuwachs nur bei 1,6 Prozent.

Die positive Entwicklung in Berlin könnte sich allerdings durch politische Vorgaben schnell ändern. So befürchtet die Verkehrsexpertin der PDS, Jutta Matuschek allein bei der BVG 40 Millionen weniger zahlende Fahrgäste im Jahr. Der Grund: Nachdem der Senat schon für das Sozialticket den Zuschuss in Höhe von 17 Millionen Euro pro Jahr gestrichen hat, schafft er jetzt auch ab April den Fahrschein für Bezieher von Arbeitslosenhilfe ab. Und auch bei der S-Bahn erwartet man, dass der Aufwärtstrend bei den Fahrgastzahlen nicht anhält. Der Senat hat der S-Bahn mit Zustimmung von Bahnchef Hartmut Mehdorn 48 Millionen Euro vom jährlichen Zuschuss gekürzt. Ohne Einschränkungen im Betrieb könne diese Summe nicht eingespart werdem, heißt es bei der S-Bahn. Damit werde das Angebot unattraktiver, was wiederum zu einem Rückgang bei den Berliner Fahrgastzahlen führen könne.

Anfang Dezember hatten sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Bahnchef Hartmut Mehdon zwar im Grundsatz geeinigt, doch der Verkehrsvertrag zwischen dem Senat und der S-Bahn ist immer noch nicht unterschrieben. Immerhin haben die S-Bahn ihre Klage wegen ausstehender Zahlungen des Senats aus dem vergangenen Jahr ausgesetzt. Anlass war, dass Finanzsenator Thilo Sarrazin seit Juni des Vorjahres fünf Millionen Euro weniger als vereinbart überwiesen hatte. kt

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