Berlin : Mehr Fernsehkameras als Narren

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Die Bundestagsverwaltung feierte die fünfte Jahreszeit schon mal vor, weil am Donnerstag sowieso alle Jecken in Bonn sindesch

Für Bonner Narren in der Diaspora begannen die Tollen Tage schon gestern: Die Bundestagsverwaltung lud in eine Kantine am Schiffbauerdamm ein - aber vor allem Fernseh- und Presseleute kamen. Die eigentliche Weiberfastnachtsfeier des Bundestages findet termingerecht am Donnerstag in Bonn statt. Dort seien, sagte Veranstalter Ingo Appelt von der Bundestagsverwaltung, immer noch 1200 Mitarbeiter. Und viele werden noch aus Berlin dazukommen.

Am Schiffbauerdamm füllten vor allem Abordnungen der Berliner Karnevalsvereine - 21 an der Zahl - den Raum, nebst einigen Funkenmariechen. Dazu kamen ein paar Bundesbedienstete aus Berlin, die gucken wollten, wie ihre rheinländischen Kollegen denn so zu feiern pflegen. Von denen aber ließ sich kaum einer blicken. Die meisten werden sich wohl spätestens heute abend auf den Weg in die alte Heimat aufmachen, zumal ohnehin sitzungsfreie Woche ist. Einige der Pendlerzüge des Bundes fahren deshalb schon früher beziehungsweise kommen später zurück. Selbst das Berliner Prinzenpaar weilte gestern beim Karnevalsempfang des Bundeskanzlers in Bonn, so dass mit dem letztjährigen Paar - Dieter I. und Annemarie I. - vorlieb genommen werden musste. Immerhin: Es gab Kölsch und Pfannkuchen, die "Berliner" hießen.

Eigentlich sollte das Fest im Reichstag stattfinden. Aber Bundestagspräsident Thierse war dagegen. Inzwischen habe man festgestellt, dass die hohen Räume dort sowieso schwer zu dekorieren seien, sagte Thierses Sprecher Wolfgang Wiemer diplomatisch, der gestern auch zu "Kölle Alaaf" mitschunkelte - ohne Thierse. Auch Wiemer, ein Bonner, wird sich in Bälde zum Feiern ins Rheinland aufmachen.

Kleine Ungerechtigkeit am Rande: Bonner Bundesbedienstete haben Weiberfastnacht und Rosenmontag frei - die in Berlin müssen arbeiten. Falls sie in Bonn mitfeiern wollen, müssen sie dafür Urlaub nehmen.

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