Berlin : Mehr Personal allein ist keine Lösung

Foto: Georg Moritz
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„Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen der Lehrerausstattung und dem Unterrichtsausfall. Es gibt Schulen mit genügend Lehrern, bei denen mehr Unterricht ausfällt als an Schulen mit knappen Ressourcen. Es bringt also nichts, einfach nur mehr Personal zu fordern. Einige Schulen haben gute Vertretungskonzepte. Da werden in die Stundenpläne der Lehrer Freistunden eingebaut, in denen sie gut einspringen können, wenn ein Kollege erkrankt. Es gibt auch Schulen, die „Vertretungsordner“ anlegen: Darin befinden sich Aufgabenblätter für Klassenstufen und Fächer, so dass auch ein fachfremder Lehrer weiß, wie er mit den Schülern vernünftig arbeiten kann. Wenn Schulen Jahrgangs- oder Fachteams bilden, können sie aus dem Stand heraus einen guten Vertretungsunterricht anbieten. Leider nutzen auch nicht alle Schulleiter die Möglichkeit, Mehrarbeit anzuordnen, obwohl sie das könnten. Und sie warten zu lange, bis sie die Stundenpläne des Kollegiums umstellen. Das ist sehr aufwendig, aber nötig, wenn ein Lehrer länger ausfällt. Einige Schulen minimieren den Unterrichtsausfall an Tagen mit MSA- und ABI-Prüfungen durch Wander-, Projekttage oder Workshops in Zusammenarbeit mit der Berufsorientierung.“

Ruby Mattig-Krone

gilt als erfahrenste Elternvertreterin Berlins. Deshalb hat Bildungssenator Zöllner die Charlottenburgerin im November 2010 zu seiner Qualitätsbeauftragten ernannt

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