Berlin : Mehr Sicherheit in Bahnen und Bussen

Koalitionsverhandlungen von SPD und PDS sehen 200 Stellen für Service- und Begleitpersonal vor

Klaus Kurpjuweit

Im öffentlichen Nahverkehr soll es mehr Sicherheit und Service geben. Bei den Koalitionsverhandlungen hat die Linkspartei der SPD vorgeschlagen, aus dem vorgesehenen „öffentlichen Beschäftigungssektor“ 200 Stellen für den Nahverkehr bereitzustellen und ist auf Wohlwollen gestoßen. Diese Servicekräfte sollen Fahrgästen Auskünfte geben, könnten aber auch als Aufsicht vor allem nachts in Bahnen und Bussen mitfahren. Durch Umschichtungen im Etat der Wirtschaftsverwaltung sollen für bisherige Arbeitslosgengeld-II-Empfänger etwa 2500 sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen werden.

Bereits vor einem Jahr hatte der damals neu ins Amt gekommene BVG-Chef Andreas Sturmowski vorgeschlagen, abends und nachts uniformierte Wachleute in den Zügen der U-Bahn mitfahren zu lassen. Extrageld für zusätzliche Mitarbeiter wollte der Senat aber nicht herausrücken, und so blieb es bei dem frommen Wunsch. In der Verwaltung überflüssiges Personal kann der BVG-Vorstand nicht einfach in den Sicherheits- und Servicebereich umsetzen.

Sollte es jetzt gelingen, über den öffentlichen Beschäftigungssektor Mitarbeiter für den Nahverkehr zu gewinnen, würde die BVG aus eigenen Mitteln sicher die Ausbildung übernehmen, sagte gestern BVG-Sprecherin Petra Reetz. Zusätzliche Stellen könne die BVG nicht schaffen; im Gegenteil, das Unternehmen müsse den Personalbestand weiter reduzieren, um sein Sparziel zu erreichen. Auch der Versuch, Ein-Euro-Jobber einzusetzen, war zuletzt gescheitert. Dabei könnten für die rund sieben Millionen Euro, die die BVG jährlich ausgeben muss, um Vandalismusschäden zu beseitigen, rund 160 Mitarbeiter voll bezahlt werden, ärgert sich Reetz.

Die neuen Sicherheits- und Servicekräfte sollten deshalb unter der Regie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) arbeiten, schlägt die PDS-Verkehrsexpertin Jutta Matuschek vor. Bereits während der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer habe der VBB solche Servicekräfte erfolgreich eingesetzt und das Programm verlängert.

Dass sich Fahrgäste mehr Begleitpersonen in den Bahnen und Bussen wünschen, hat die Diskussion der vergangenen Tage im Tagesspiegel zur Sicherheit im Nahverkehr gezeigt. Zumindest subjektiv würde sich das Sicherheitsgefühl verbessern. In Hannover hat man damit bereits Erfolg. Dort fahren seit Februar nach 21 Uhr Kundenbetreuer in den S-Bahnen mit.

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