Mehr Toleranz für Gläubige in Berlin : Raed Saleh will Sommerfest der Religionen

Christen, Juden und Muslime sollen gemeinsam ein Fest für mehr Toleranz feiern. Diesen Vorschlag machte der SPD-Fraktionschef Raed Saleh als er am Freitag mit dem Regierenden Bürgermeister die Sehitlik-Moschee am Tempelhofer Feld besuchte.

Johannes Böhme
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller mit SPD-Fraktionschef Raed Saleh beim Besuch der Sehitlik-Moschee am Tempelhofer Feld.
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller mit SPD-Fraktionschef Raed Saleh beim Besuch der Sehitlik-Moschee am Tempelhofer Feld.Foto: Britta Pedersen/dpa/picture alliance

Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh will ein gemeinsames Sommerfest der Religionen in Berlin abhalten. „Das würde ein starkes Zeichen der Toleranz setzen, auch über Berlin hinaus.“ Als mögliche Orte für das Event schlug er den Alexanderplatz oder den Platz vor dem Brandenburger Tor vor. Allerdings müsste das Fest von den Religionsgemeinschaften selbst organisiert werden – die Stadt könnte immerhin finanzielle Hilfe leisten. „So viele Leute sehnen sich nach so etwas. Und wo, wenn nicht in Berlin, kann es stattfinden?“

Saleh machte seinen Vorschlag bei einem gemeinsamen Besuch mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der Synagoge am Fraenkelufer und der Sehitlik-Moschee am Tempelhofer Feld. Anlässlich der Internationalen Woche gegen Rassismus trafen sich Müller und Saleh mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Gemeinden. Diese begrüßten den Vorschlag, auch Müller spricht von „einer guten Idee“.

Jude als Schimpfwort, Pöbeleien gegenüber Muslimen

Die prominenten Besucher mussten sich auch viele Probleme anhören: Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Berlin, kritisierte, dass die Berliner Schulen bis jetzt nicht ausreichend reagierten, wenn „Jude“ in der Schule als Schimpfwort gerufen werde. Und Emine Erol von der Sehitlik-Moschee beklagte einen Anstieg von rassistischen Pöbeleien gegenüber Muslimen in den vergangenen Monaten. Die Sehitlik-Moschee habe auch verstärkt anonyme Drohbriefe erhalten.

Insgesamt sei die Kooperation der Religionsgemeinschaften in Berlin jedoch gut, betonten beide Seiten. Müller sagte, dass das friedliche Zusammenleben der Religionen jeden Tag neu erkämpft werden müsse. „Das macht Berlin aus, dass wir voneinander lernen.“

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