Berlin : Mehr Vielfalt, weniger Platz

Wie gerecht kann die Stadt in Zukunft sein?

von

Berlin ist eine wachsende Stadt. Den Prognosen zufolge wird die Bevölkerung bis 2030 um rund 250 000 Menschen zunehmen. Ideen dafür, wie diese Zukunft gestaltet werden kann, sollen die Veranstaltungen des Stadtforums bringen. Am Mittwoch wurde über die Frage „Berlin: sozial, gerecht. Was hält die Stadt zusammen“ im vollbesetzten Heimathafen Neukölln diskutiert. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) wies darauf hin, dass Menschen aus dem In- und Ausland nach Berlin zögen. Dieser Prozess müsse aktiv vorangetrieben werden. Darauf ziele auch das Stadtentwicklungskonzept 2030 hin, das gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet werden solle.

Zu Beginn der Diskussion präsentierte die Berliner Stadtplanerin Elke Pahl-Weber von der TU die schwierigen Rahmendaten zur Berliner Situation: Die Einkommens- und Vermögensschere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Die Arbeitslosenzahlen sind hoch, die Zahl der Unternehmensgründungen geht zurück. Der Anteil der alten Menschen an der Bevölkerung wächst stetig. „Und die alten Menschen werden in 15 bis 20 Jahren deutlich weniger Geld haben.“

Angesichts dieser Zahlen fragte Gerd Nowakowski vom Tagesspiegel nach den Herausforderungen für die Politik. Bei der Wohnungspolitik kann es laut Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, nicht nur darum gehen, möglichst viele Wohnungen zu schaffen. „Es müssen neue Quartiere entstehen, und diese müssen so gestaltet werden, dass Chancengleichheit entsteht.“

Auch der CDU-Abgeordnete Burkhard Dregger sprach von einem erheblichen „Armutspotenzial“. Und wie von Wolfram Prieß von den Piraten sieht auch die Linkenpolitikerin Katrin Lompscher die „Berliner Mischung“ in Gefahr. Es dürfe nicht sein, dass immer mehr Menschen Angst hätten, nicht genug Geld zum Leben und Wohnen zu haben.

Ganz wesentlich ist nach den Worten Klaus-Dieter Teufels von der Vereinigung der Unternehmensverbände, dass es gelingen muss, den Menschen Perspektiven aufzuzeigen – zum Beispiel den Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz. Und für Sabine Süß vom Stiftungsverbund Lernen vor Ort steht fest: „Die Investition in Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung.“ Sigrid Kneist

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben