Berlin : Mehrheit für langes Dach

Umfrage: Hauptbahnhof soll nachgerüstet werden

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Tagesspiegel-Leser wollen das lange Dach am Hauptbahnhof. Bei der Abstimmung zu unserem Pro & Contra am Wochenende, an der mehr als 1800 Leser teilnahmen, sprachen sich 96,5 Prozent dafür aus, die Glas-Stahl-Konstruktion so zu verlängern, wie es die Architekten von Gerkan, Marg und Partner vorgesehen hatten. Bis zu 450 Meter sollte es lang werden, Bahnchef Hartmut Mehdorn ließ davon aber nur 321 Meter errichten, um die Bauzeit zu verkürzen.

Meinhard von Gerkan freute sich gestern über das Ergebnis. Wenn die Bahn wollte, könnte man das Dach nachrüsten, sagte er. Nachts können die Träger mit großen Kränen montiert werden; der Zugverkehr müsste dann jeweils nur etwa vier bis sechs Stunden unterbrochen werden. Ebenfalls nur kurze Sperrpausen seien für die anschließende Montage des Traggitters erforderlich. Danach könnte man ein Schutznetz über die Gleise spannen und darüber die Scheiben einsetzen. Züge könnten dann weiterfahren. Die Bahn hatte behauptet, für den nachträglichen Ausbau müsste der Verkehr auf der Stadtbahn etwa ein Jahr unterbrochen werden.

Die fehlenden Dachteile sind alle vorhanden, denn Mehdorn hatte die Verkürzung erst angeordnet, als sie schon produziert waren. Sie sind jetzt am Ostbahnhof eingelagert und sollen anderweitig verwendet werden.

Die Architekten hatten nur widerstrebend das kürzere Dach akzeptiert. Als Mehdorn dann aber auch eine andere Decke im Untergeschoss einbauen ließ, platzte von Gerkan der Kragen, er zog vor Gericht. Die Verhandlung wird am 28. November fortgesetzt. „Und darauf freue ich mich“, sagte von Gerkan gestern. Er ist zuversichtlich, dass die Bahn zumindest bei der Decke nachgeben muss. kt

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