Berlin : Mehrheit stimmte für Erhaltung des Coppi-Gymnasiums

Susanne Vieth-Entus

Das knapp zweijährige Engagement hat sich für die Gegner der Fusion gelohnt: Das Karlshorster Hans-und-Hilde-CoppiGymnasium bleibt erhalten. Beim ersten Berliner Bürgerentscheid um die Zukunft der Lichtenberger Gymnasien siegte der Antrag der Bürger, die die Verlagerung des Coppi- zum Rummelsburger Kant-Gymnasium verhindern wollten. Die Zusammenlegung sollte wegen sinkender Schülerzahlen erfolgen.

Laut Innenverwaltung haben etwa gleich viele Wahlberechtigte jeweils für die Selbstständigkeit des Coppi-Gymnasiums (Bürgerentscheid) und für seine Verlagerung und Fusion (BVV-Antrag) gestimmt. So gab die Stichfrage den Ausschlag. Dort konnten die Bürger ankreuzen, welche Entscheidung sie vorziehen, „wenn beide Varianten die erforderliche Mehrheit erhalten“. Hier stimmten 32 751 Wähler für die Coppi-Selbstständigkeit, 26 427 dagegen.

Rein rechtlich ist der Bezirk zwar nicht gezwungen, den Bürgerentscheid umzusetzen. Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich (Linkspartei/PDS) hatte jedoch nach Auskunft der Initiatoren des Bürgerentscheids in der Vergangenheit zugesagt, sich dem Votum der Bürger zu beugen. Die Ausgangslage für die Schule hat sich aber auch deshalb verbessert, weil die Linkspartei bei der Wahl am Sonntag die absolute Mehrheit in Lichtenberg verloren hat. Die Sozialisten können also nicht mehr allein über die Schullandschaft entscheiden, sondern müssen sich mit den anderen Parteien abstimmen, die sich fast geschlossen auf die Seite der Coppi-Schule gestellt hatten.

Falls die sinkenden Schülerzahlen weiterhin die Schließung eines Gymnasiums erzwingen würden, gäbe es nun die Möglichkeit, dass das mathematisch-naturwissenschaftliche Forster-Gymnasium mit dem Kant-Gymnasium fusioniert. „Zunächst aber müssen jetzt alle an einen Tisch geholt werden“, kündigte Gerrit Deutschmann (SPD), Mitinitiator des Entscheids und neues BVV-Mitglied an.

Angesichts zehntausender ungültiger Stimmen beim Bürgerentscheid hieß es gestern in der Innenverwaltung, das Gesetz, das die Modalitäten des Bürgerentscheids regele, müsse wohl „präzisiert“ werden.

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