Berlin : Meilensteine

Was man rund um die 42-Kilometer-Strecke alles erleben kann

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TShirt, Turnschuhe – so sollte man das Adlon sonst lieber nicht betreten. Heute passt das schon. Im Hotel haben auch Kempinski-Direktoren aus Marbella und Malta eingecheckt: Läufersynthetik statt Anzug.

In Berlin leben Menschen aus 190 Nationen – beim Marathon sind Skater, Walker, Rollstuhlfahrer und Läufer aus 91 Ländern am Start. So viel wie nie. Die häufigsten Namen lauten aber Müller, Schmidt und Nielsen. Woher die anderen kommen? Ein Blick ins SCC–Marathonbuch: Die Starter sind auch „gualtematekisch, eritreisch, tadschikisch, dominikanisch, laotisch“. Fantastisch. Die Europäische Union hat übrigens eine Marathon-Kampagne gestartet: „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“

Bernd Hübner hätte alles Recht der Welt, sich Mister Berlin Marathon zu nennen. Bislang war der 56-Jährige bei jedem Lauf dabei. Klar, dass der Mann heute mitmacht. Zum Jubiläum gab’s die Startnummer 30.

Die einen laufen und laufen und laufen. Für die anderen wird jeder Schritt zur Qual. Wie für die Mutter von Starter Marco Merz aus Neuwied bei Koblenz. 81 ist die Dame. Wie sie bei all dem Geschiebe unversehrt zum Ziel kommen soll, um den Sohn zu beglückwünschen? Der Veranstalter SCC chauffiert die Dame einfach mit seinem Fahrdienst.

Der Lauf ist auch immer Werbemarathon. Konzerne wie Adidas chartern gleich ganze Flugzeuge, um Multiplikatoren zum weltgrößten Laufereignis an die Spree zu bringen. Und weil sich die Leute ja der Gesundheit zuliebe quälen, tönt der Vegetarier Bund Deutschlands: „Vegetarisch kommt gut an!“ Die Initiative und Reformhäuser schicken 200 Vegetarier ins Rennen. Also im großen Bogen um den Dönerstand! kög

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