Berlin : Meistens blieb etwas kleben

Mann manipulierte Geldautomaten – dafür erhielt er jetzt eine Bewährungsstrafe

Bankkunden gingen zunächst von einer technischen Störung aus, doch die Geldautomaten waren präpariert: Nach einer Serie von Trickdiebstählen im März wurde der 19-jährige Vasile S. zu einer Jugendstrafe von 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte gehörte zu einer Tätergruppe, die mit doppelseitigem Klebeband arbeitete.

Vasile S. wurde Anfang April auf frischer Tat geschnappt. Polizisten waren auf ihn und zwei weitere Männer aufmerksam geworden, als sie nachts aus einer Bank in Schöneberg rannten. Im Auto des Trios stellten die Beamten Klebeband und auch Bargeld mit Kleberückständen sicher. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen die Männer rumänischer Herkunft.

13 Fälle zwischen dem 22. und 31. März wurden in der Anklage aufgelistet. Die Trickdiebe hatten an den Automaten jeweils eine mit Klebeband versehene Blende an der Geldausgabe angebracht. Bankkunden hörten dann zwar das Rattern des Geldzählers, den gewünschten Betrag aber erhielten sie nicht. Hatten die Opfer den Raum verlassen, holten die Täter die Attrappe, an der in den meisten Fällen Beute hing. Vasile S. und seine Komplizen sollen bei den angeklagten Fällen mindestens 800 Euro ergaunert haben.

Knapp vier Monate saß S. in Untersuchungshaft und legte nun ein umfassendes Geständnis ab. Er sei vom Chef der Gruppe in einer Bar angeheuert und dann zu den Bankfilialen gefahren worden, sagte der junge Mann ohne Beruf. Er oder ein Komplize hätten die Automaten präpariert. Pro Tag habe er 100 Euro als Lohn erhalten. Dem mutmaßlichen Haupttäter wird auch bald der Prozess gemacht. K.G.

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