Meisterfeier bei Hertha BSC? : FC-Bayern-Fans warten schon vor dem Hotel

Heute Abend steigt das große Fußballspiel im Berliner Olympiastadion: Die Münchner können beim Spiel gegen Hertha BSC Meister werden. 76.000 Fans sind dabei, einige Anhänger des FC Bayern belagern seit Montag das Hotel der Mannschaft.

von und Lea Runge
Na, was fällt auf ... genau, das Olympiastadion hat noch das alte Dach.Weitere Bilder anzeigen
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01.10.2017 09:51Na, was fällt auf ... genau, das Olympiastadion hat noch das alte Dach.

Fünf Sterne, na klar. Hier in der Charlottenstraße, im Hotel „Regent“, wohnen die Fußballer des FC Bayern München. Wie die wohl feiern werden, wenn sie – was nicht ganz ausgeschlossen ist – im Olympiastadion gegen Hertha gewinnen und damit Deutscher Meister sind?

Blicken wir doch einmal in die Getränkekarte. Das 0,3er-Glas Pils gibt es für sieben Euro, den halben Liter Weizen für 8,50 Euro. Und das Fläschchen Champagner – „Dom Pérignon Oenothèque, Jahrgang 1996“ – ist für 950 Euro zu haben, inklusive Mehrwertsteuer und vermutlich auch mit Nüsschen. Die Herren werden es sich leisten können.

Ein großer, wohl auch ein trinkfreudiger Abend wird es werden, wenn denn Hertha nicht heute um 20 Uhr die große Überraschung gelingt. Das Olympiastadion ist seit Monaten ausverkauft, die Tickets gingen in kürzester Zeit über den Tisch. Und wer noch spontan eine der 76 000 Eintrittskarten kaufen möchte, sollte zwei, drei Scheine mehr einstecken – die 25-Euro-Karte wird bei Ebay für gut 200 Euro gehandelt.

Der letzte Sieg von Hertha BSC gegen den FC Bayern
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16.02.2017 17:54Pal Dardai war dabei beim letzten Sieg von Hertha BSC über den FC Bayern. Darf er jetzt auch als Trainer jubeln?

Die Vorbereitungen laufen schon seit Tagen, nicht nur im „Regent“ in der Charlottenstraße, wo am Montagnachmittag der rote Mannschaftsbus des FC Bayern parkte, sondern auch im Stadion. Die S-Bahn will heute Sonderzüge schicken, damit die Fans pünktlich kommen – die Anreise fällt in den Berufsverkehr. In der Westkurve waren seit Tagen Handwerker im Einsatz. Sie haben eine Tribüne für 1500 Zuschauer aufgebaut, die nun die Lücke schließt am Marathontor (worüber sich auch die Hertha-Fans freuen dürften, somit zieht’s nämlich nicht mehr so).

Konfetti, Partymusike, Meisterschale. Das Prozedere ist altbekannt, die Bayern feiern hier im gutbürgerlichen Westend ja gefühlt alle paar Wochen den DFB-Pokalsieg und 2015 vielleicht auch den Gewinn der Champions League – das Finale findet nämlich im kommenden Jahr erstmals in Berlin statt.

Fans wollen feiern

Die Fans – beider Vereine – sind auch schon leicht aufgekratzt, auch wenn das Spiel an einem Dienstagabend eine gewisse Disziplin abverlangt, will man am nächsten Morgen noch frisch ins Büro kommen. In der Lobby des Hotels stehen jedenfalls am Tag vor dem Spiel schon die ersten Fans. „Wenn’s sein muss, stehen wir die ganze Nacht hier“, sagte einer der Bayern-Fans, „voriges Jahr waren’s 14 Stunden!“ Das muss Liebe sein.

Auch die anderen Fans haben schon routiniert eine Partyagenda erstellt. „Am Ku’damm wird einiges los sein“, sagt Holger Zimmermann, Vorsitzender des Fanclubs Berlin Fußballclub Bayern. „Da treffen sich meist die Auswärtsfans.“ Viele kämen aber auch traditionell mit Autos aus dem Umland, dann wird halt mit einem Alkoholfreien angestoßen oder heißem Tee, es soll kühl werden im Stadion, regnerisch gar. Was wiederum nur für die Fans gilt, die auch draußen sitzen wollen – in Kneipen wie dem Hofbräuhaus in Mitte, dem Gasthaus Valentin am Südstern oder auch dem Brauhaus Spandau wird es sicherlich nicht sehr frostig vor der Leinwand – es sei denn, man ist Hertha-Fan und muss schon wieder zugucken, wie die Bayern in Berlin Meister werden. Im Mai 2010 konnten die Münchener hier ihre Meisterschaft auch schon feiern, während Hertha abgestiegen war.

Hertha gegen Bayern - ein Blick aufs Olympiastadion
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01.10.2017 09:51Na, was fällt auf ... genau, das Olympiastadion hat noch das alte Dach.

Ob die Münchener nach dem Spiel in Berlin bleiben, ist unklar – und wenn, dürfte ihr Jet tief in der Nacht nur ab Schönefeld abheben. Da sind die Lärmschutzbedingungen lockerer. Und wenn nicht? Dann bleibt immer noch der Hoteltresen – wie wär’s dort mit „Regent Royal“ (Chambord, Himbeere, Zitronengras, Veuve Clicquot) für 23 Euro – oder doch lieber eine schmissige Sause im „The Grand“, einem Club hinter dem Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz? Dort feierten die Bayern ganz privat vor einem Jahr. Wie es heißt, soll Nationalspieler Bastian Schweinsteiger den Club gemietet haben. Der Mann dürfte auch diesmal eine hübsche Lokalität finden. (mit Ha)

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