Berlin : Meldepflicht statt Haft für Sexualtäter

Keine Fluchtgefahr: 41-Jähriger bleibt bis zur Verurteilung frei

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Frank B., der gestanden hat, ein sechsjähriges Mädchen in dessen Wohnhaus in Reinickendorf sexuell missbraucht zu haben, ist bis zu seiner Verurteilung auf freiem Fuß. Die Gründe nennt Kriminaldirektor und Referatsleiter Jochen Sindberg: Der Mann habe die Tat gestanden, es bestehe keine Fluchtgefahr. „Zudem ist er Familienvater von drei Kindern, hat einen festen Arbeitsplatz, lebt also in geregelten Verhältnissen.“ Damit bestünde kein Anhaltspunkt, „dass er sich dem Verfahren entzieht“. Zudem sei Frank B. zuvor nicht einschlägig vorbestraft gewesen.

Wie berichtet, war der 41Jährige gefasst worden, nachdem ein Bekannter ihn auf dem Fahndungsfoto erkannt hatte. Frank B. war nach seiner Tat von einer Überwachungskamera im Flur des Hauses gefilmt worden. Polizei und Justiz gehen davon aus, dass Frank B. kein Wiederholungstäter ist. „Ich habe kein schlechtes Gefühl dabei, dass der Mann nicht in Untersuchungshaft sitzt“, sagt der Referatsleiter. Er verweist auf die Entscheidung des Richters: „Der hat einen Haftbefehl erlassen, ihn aber gegen eine regelmäßige Meldepflicht beim Polizeiabschnitt außer Vollzug gesetzt.“ Bei einer Verurteilung droht Frank B. eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren. tabu

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