Berlin : Meningitis: Berliner Schüler leidet an der Infektion

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Nach dem Bekanntwerden eines Falles der ansteckenden Hirnhautentzündung Meningokokken-Meningitis in Berlin warnen Experten vor einer übertriebenen Furcht vor Ansteckung. An der gefährlichen Infektion ist ein Schüler einer siebten Klasse des Walter-Rathenau-Gymnasiums in Wilmersdorf erkrankt. Nach Angaben der Gesundheitsstadträtin von Charlottenburg-Wilmersdorf Martina Schmiedhofer (Grüne) befindet er sich auf dem Weg zur Besserung. In Nordrhein-Westfalen war vor kurzem ein 15-jähriger Schüler am selben Meningitis-Typ gestorben. Dort werden drei weitere Erkrankte behandelt. Die Krankheit wird über die Tröpfchen-Infektion übertragen.

Hintergrund:
Meningitis-Formen

Den Mitschülern des Berliner Jungen sei noch am vergangenen Donnerstagabend, als das Krankenhaus den Fall meldete, empfohlen worden, zur Sicherheit ein Antibiotikum einzunehmen, sagte Schmiedhofer. Rund 50 Menschen, mit denen der Junge in letzter Zeit in Kontakt stand, wurden informiert. Sie sollen bei Krankheitsanzeichen sofort zum Arzt gehen. Eine Verbindung zu den Fällen in NRW sei nicht bekannt.

Die Gefahr einer raschen Ausbreitung der Krankheit sei "nicht besonders groß", sagte die Mikrobiologin Jutta Wagner von der Uni-Klinik Benjamin Franklin. Sie verwies darauf, das Fälle von Meningokokken-Meningitis "sporadisch" immer wieder auftauchten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gab es in Berlin im vergangenen Jahr 44 Fälle. Zwei verliefen tödlich. Zu den Symptomen zählen Übelkeit, Erbrechen und ein steifer Nacken. Nach Angaben von Wiebke Hellenbrand vom Robert-Koch-Institut gibt es bei frühem Behandlungsbeginn gute Heilungschancen.

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Die Meningokokken-Meningitis wird von Bakterien ausgelöst. Diese "schlummern" bei einem Teil der Bevölkerung sogar in der Nasen-Rachen-Flora, ohne eine Gefahr darzustellen. Die Mikrobiologin Jutta Wagner empfiehlt nur Menschen, die in engen Kontakt mit einem Erkrankten standen, einen Antibiotikum-Schutz, also Lebenspartnern, der Familie oder Mitschülern. Menschen, die einem Erkrankten "in der U-Bahn oder bei Edeka" begegnet sind, hätten keinen Anlass zur Sorge.

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