Berlin : Meningitis: In diesem Jahr 15 schwere Infektionen

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Der 57-jährige Polizeibeamte, der am Montag an Meningokokken-Meningitis gestorben ist, ist in diesem Jahr der erste Todesfall durch diese besonders schwere Form der Hinrhautentzündung. Nach Angaben des Landesamts für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) sind seit Jahresbeginn 15 Infektionsfälle in Berlin registriert worden, die aber singuläre Fälle gewesen seien. Es gebe keine Epidemie. In den ersten zwei Monaten des vergangenen Jahres gab es zwölf Infektionen, von denen zwei tödlich verliefen. Insgesamt waren im Jahr 2000 44 Fälle von Meningokokken-Meningitis gemeldet, fünf endeten tödlich. Zum Jahresanfang gebe es immer einen Anstieg der Erkrankungen, sagte LAGetSi-Sprecher Robert Rath. Die genaue Ursache sei unklar, eventuell sei sie auf eine allgemeine Schwächung des Immunsystems in dieser Jahreszeit zurückzuführen.

Der Polizist war am vergangenen Mittwoch von einer Portugal-Reise zurückgekehrt und am Samstagmorgen vom Notarzt ins Krankenhaus Neukölln gebracht worden. Sämtliche Personen, mit den der Mann direkten Kontakt hatte, erhielten eine Antibiotika-Prophylaxe. Der Passagier, der auf dem Heimflug neben ihm saß, wurde über Reiseveranstalter und Reisebüro ausfindig gemacht, so dass er sich in der Nacht zu Sonntag im Krankenhaus prophylaktisch behandeln lassen konnte.

Auch wenn das die Hirnhautentzündung hervorrufende Bakterium nur durch einen direkten Kontakt - Tröpfcheninfektion - übertragen werden kann, wurden sämtliche Passagiere darauf hingewiesen, bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber oder Nackensteife umgehend zum Arzt zu gehen. Die Inkubationszeit kann zwischen einen und zehn Tagen betragen, in der Regel aber bricht die Krankheit nach vier bis fünf Tagen aus.

Hintergrund:
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