Berlin : Mensch – was für ’ne Hitze

Start zur Open-Air-Saison: Drei Tage spielt Grönemeyer – bei rekordverdächtigen Temperaturen

Annette Kögel

„Es ist Sonnenzeit, unbeschwert und frei“, singt Herbert Grönemeyer in seinem Riesenhit „Mensch“. Sonnenzeit – Recht hat er. Zu seinen drei Freiluft-Konzertabenden in der Waldbühne (heute bis Donnerstag) können insgesamt mehr als 60 000 Fans mit bestem Wetter rechnen: Nur ein paar Wölkchen werden heute erwartet, stattdessen gibt es erstmal Sonne satt.

Zur Wochenmitte kann es allerdings kräftig gewittern – deshalb sollten Konzertbesucher sicherheitshalber auch Regenschirm und Plastikfolie einpacken. Ausverkaufte Grönemeyer-Shows in der Waldbühne – ein würdiger Auftakt für die Open-Air-Konzert-Saison in den Freiluftbühnen der Stadt.

Wie textete Herbie noch gleich? „Das Firmament hat geöffnet, wolkenlos und ozeanblau“ – bereits am ersten Werktag der Woche schauten Berliner in Firmen und Büros sehnsüchtig aus dem Fenster. In Eiskeller, Spandau, wurde es gar 32,5 Grad heiß. Ganz tüchtig, aber noch kein Temperaturrekord, relativiert Meteorologe Thomas Globig vom Wetterdienst „meteomedia“ die Daten. Anno 1947 maßen die Wetterkundler am 2. Juni berlinweit sogar 33 Grad.

Aber das kann ja alles noch kommen. Bis Mittwoch werden in der Stadt nämlich sogar schwüle 34 Grad Celsius erwartet. Das ist weit mehr, als dieser Tage in einigen Urlaubsorten im Süden dieser Welt gemessen wird. Hoch „Zoe“ sei dank, denn es lockt trockene Festlandsluft aus Südosteuropa in unsere Breitengrade. Sogar nachts kann man noch in T-Shirt und Sommerkleid im Biergarten sitzen. Was allerdings einigen missfällt. „Oh, es ist schon ok, es tut gleichmäßig weh“, singt Herbert schließlich auch, und das gilt für Wetterfühlige und Menschen mit Kreislaufproblemen. Also viel trinken dieser Tage – erst recht, wenn man in aufgeheizter Stimmung im Waldbühnen-Hexenkessel tanzt.

Sie lieben Grönemeyer, haben aber für die aktuelle Musik-Trilogie keine Karten mehr bekommen? Da hat der Poet mit dieser eigentümlich schön knarzigen Stimme noch einen Trost parat: „Am Strand des Lebens, ohne Grund, ohne Verstand, ist nichts vergebens.“ Wie angekündigt, gibt es am 3. und 4. Juli Zusatzkonzerte in der Wuhlheide – und für den ersten Termin sogar noch Karten.

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