Menschen helfen : Das haben unsere Leser bewegt

Der Tagesspiegel packt überall in Berlin mit an: "Menschen helfen!" rettet bedrohte Projekte, ermöglicht Innovatives. Das haben Sie mit Ihrem Geld erreicht.

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Auf dem Weg ins Leben begleitet. Auch ihnen hat das Geld der Leserinnen und Leser geholfen: Frühchen Timmy mit seiner Mama Nicole...

Die Spendenaktion des Tagesspiegels ist einzigartig: Seit 17 Jahren geben wir kleinen Kiezinitiativen, aber auch größeren Trägern die Chance, sich mit Projekten des gesamten sozialen Spektrums beim Spendenverein des Tagesspiegels zu bewerben. Das hat sich herumgesprochen. Aus den Bewerbungsstapeln wählen wir Projekte aus, die gefährdet sind, die innovativ arbeiten, in denen Ehrenamtliche viel bewegen. Vergangenes Jahr hatten wir die Leser für 57 Vereine um Spenden gebeten. 258 000 Euro kamen zusammen – der höchste Betrag seit Beginn der Aktion, trotz Wirtschaftskrise. Leser halfen auch persönlich. Bevor wir am Sonntag die neue Serie starten, hier die Bilanz der vergangenen Aktion. Wir bilanzieren hier die zwölf Projekte der Serie 2008/09, stellvertretend für alle anderen. kög

VIEL WÄRME FÜR OBDACHLOSE

Wenn es draußen kälter wird, ist es für Obdachlose noch wichtiger, einen Platz im Warmen zu bekommen. Die Katholische Herz-Jesu-Gemeinde in Prenzlauer Berg öffnet deshalb von November bis März immer montags ihren Gemeindesaal. Es gibt Kaffee, ein warmes Essen und die Möglichkeit, im Gemeindesaal zu übernachten. Außerdem ein Frühstück und eine warme Dusche. Mit den 3000 Euro, die das Nachtcafé aus dem Topf der Spendenaktion erhalten hat, wurde ein neuer Kühlschrank für die Küche gekauft. Den größeren Teil des Geldes konnte das Team dazu verwenden, die sanitären Anlagen umzugestalten. „Die Gesamtrechnung war zwar höher, aber die Tagesspiegel-Gelder haben uns sehr geholfen“, sagt Organisator Christian Scholtis.rni

GUT HOLZ IN DER TISCHLERWERKSTATT 

Die Tischlerwerkstatt des Moabiter Projekts „Abo“ ist jetzt gut ausgestattet: „Von den 4000 Euro Spenden haben wir unter anderem eine Bandsäge gekauft, eine Schleifmaschine, Werkzeug und eine Hobelbank“, sagt Damir Steko vom Träger Neues Wohnen im Kiez. In dem Projekt Abo, das für „aktivierende berufliche Orientierung“ steht, bereiten sich benachteiligte Jugendliche darauf vor, eine Ausbildung zu beginnen. Der Artikel im Tagesspiegel hat die Holzwerkstatt bekannter gemacht. „Nach der Veröffentlichung sind ehemalige Tischler bei uns vorbeigekommen und haben alte Hämmer, Feilen und Sägen mitgebracht“, sagt Steko. Und noch etwas ist passiert: Auch „Satis & Fy“, eine Firma für Veranstaltungstechnik, zeigte Interesse. Mit Folgen: Mittlerweile haben viele Jugendliche aus der Tischlerwerkstatt dort ein Praktikum gemacht.rni

LEBENSHILFE FÜR FRÜHCHEN

Sie kommen zu früh auf die Welt, sind zart, zerbrechlich und, zumindest zu Beginn ihres Lebens, Sorgenkinder. Der Verein „Kindergesundheitshaus Berlin“, den Mitarbeiter der Kinderklinik des Vivantes-Klinikums Neukölln vor acht Jahren gründeten, hilft den Frühchen und ihren Familien beim Start ins Leben. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Entwicklung der Frühchen optimal verläuft“, sagt Petra Grieben, Nachsorgeschwester und ausgebildete Fallmanagerin des Projekts. 8000 Euro gab es vom Tagesspiegel, eigentlich sollte ein Auto angeschafft werden. Weil es das überraschend aus anderer Quelle gab, hat der Tagesspiegel-Spendenverein der Umwidmung zugestimmt. So konnten Mobiliar und zwei Computer gekauft werden. Zudem wurde das so wichtige entwicklungsfördernde Spielzeug, wie kleine Barrieren, über die die Kinder krabbeln können, angeschafft. Aufgebaut wird all das in den neuen Räumen, die der Verein bald auf dem Gelände des Vivantes-Klinikums in Neukölln beziehen wird. Stolze 200 Quadratmeter hat er dort für seine Arbeit zur Verfügung. Und dankt allen Leserinnen und Lesern des Tagesspiegels. rni

DIE FORCKENBECKER AUF NEUEN WEGEN

Mobilität ist wichtig für die „Forckenbecker“, und vor allem ein Auto, das einiges aushält. „Deshalb konnten wir von den 14 000 gespendeten Euro, die wir vom Tagesspiegel bekommen haben, den dringend benötigten Transporter kaufen“, sagt Lothar Fiedler von der Gebewo pro GmbH. Sie hat mit dem Bezirksamt und dem Jobcenter 2008 das Projekt „Die Forckenbecker – Verschenken statt Wegwerfen“ in Charlottenburg-Wilmersdorf aufgebaut. „Was die einen nicht mehr brauchen, hilft den anderen“, sagt Projektleiterin Susanne von Boetticher. Bedürftige können sich das, was im Lager ausgestellt ist, kostenfrei mitnehmen. Wer etwas an das Lager der Forckenbecker abgeben möchte, mit dem vereinbart das Team einen Termin (Telefon 664 065 88), fährt vorbei, holt Möbel, Elektrogeräte oder Kleider ab. Kunden, die sich etwas ausgesucht haben, können sich die sperrigen Möbelstücke auch gegen eine Pauschale von zehn Euro liefern lassen. rni

ZUFLUCHT FÜR MIGRANTINNEN IN NOT

Wenn Mädchen mit Migrationshintergrund es zu Hause nicht mehr aushalten – weil die Familie über ihr Leben bestimmt, sie Gewalt ausgesetzt sind, nicht zur Schule gehen dürfen oder gegen ihren Willen verheiratet werden sollen, dann hilft „Papatya“, eine anonyme Kriseneinrichtung. Von den Spenden der Tagesspiegel-Leser gingen 6000 Euro an den Verein. „Investiert haben wir das Geld vor allem in den Aufenthaltsraum für die Mädchen“, sagt die Leiterin der Einrichtung. Dort stünden jetzt gemütliche Sitzmöbel – schließlich sollten sich die Mädchen wohlfühlen. rni

NACHBARSCHAFTSHILFE FÜR SCHÜLER

Für junge Neuköllner ist es nicht gerade die Regel, mit einem guten Schulabschluss ins Leben zu starten. Damit sich das ändert, gibt es den Verein Blickwinkel an der Sonnenallee. Dort helfen Nachbarn aus dem Kiez 50 Schülern zwischen sieben und 18 Jahren nicht nur bei den Hausaufgaben, sondern sprechen mit ihnen über Themen, die in der Schule mitunter zu kurz kommen. Der Politikwissenschaftler Folke Burghoff und eine Erziehungswissenschaftlerin organisieren das Ganze. Für ihre Arbeit brauchten sie technische Unterstützung und haben von den 2100 Spenden-Euro einen Beamer, einen DVD-Player und Lautsprecher gekauft: „Für Filmvorführungen“, sagt Folke Burghoff. „Neulich haben wir eine Dokumentation über die Zukunft von Schulabgängern nach der 10. Klasse gesehen und dann darüber diskutiert.“ Außerdem wurden zwei Computer für die Internetrecherche angeschafft. Das dringend benötigte neue Faxgerät spendetete ein Tagesspiegel-Leser so – er brachte sein ausrangiertes vorbei. dma

KINDERHOSPIZ-TEAM GEWÜRDIGT

Im vergangenen Jahr haben die Malteser mit einem neuen Projekt begonnen: der ambulanten Kinderhospizarbeit. Sie unterstützen Familien mit einem schwer oder unheilbar kranken Kind. „Im Moment unterstützen wir 17 Familien“, sagt Kerstin Kurzke von den Maltesern. Die 20 ehrenamtlichen Helfer kümmern sich um das kranke Kind oder um dessen Geschwister, die sich im Alltag häufig vernachlässigt fühlen. Oder um die Kinder einer schwer kranken Mutter. Die Ehrenamtlichen unterstützen die Familien auch bei Behördengängen und Arztbesuchen. Viele sprechen sich auch einfach bei ihnen aus. Der Spendenverein wollte ihr Engagement würdigen. „Von den 5140 Euro an Spendengeldern haben wir BVG-Tickets für die Ehrenamtlichen bezahlt, die Kosten für das Bereitschaftshandy und die Spritkosten für die Hausbesuche“, sagt Kerstin Kurzke. Außerdem gab es ein Fest für die kranken Kinder. Ein bisschen Geld haben die Malteser zurückgelegt, für den nächsten Kurs für angehende ehrenamtliche Helfer rni

SCHWUNG FÜR PRAXIS AUF RÄDERN

6500 Euro aus der Spendenaktion kommen zwei Projekten der Caritas zugute: der Ambulanz am Bahnhof Zoo und dem Arztmobil. „Mit etwa 5000 Euro konnten wir in der Ambulanz endlich das Bad umbauen und behindertengerecht machen“, sagt Stephan Arndt von der Caritas, die bei ihrer sozialen Arbeit auf Spenden angewiesen ist. Das mache es auch den Krankenschwestern leichter, die Besucher zu waschen. Die restlichen 1500 Euro fließen in das Arztmobil, das regelmäßig Suppenküchen, Kirchen oder Notübernachtungen anfährt, aber auch in der City-West oder im Stadtgebiet Ost unterwegs ist, und Obdachlose medizinisch versorgt. rni

SONNE IM „GOLDENEN HERBST“

Die Tagespflegestätte „Goldener Herbst“ in Pankow konnte sich einen neuen Transporter für bis zu acht Personen kaufen. „Bezahlt haben wir ihn von den 18 000 Euro Tagesspiegel-Spendengeld“, sagt Verwaltungsleiterin Martina Kolbe. Betrieben wird der „Goldene Herbst“ von der Stiftung Sinnvolle Lebensgestaltung im Alter GmbH. „Der Transporter ist sehr gut ausgestattet“, sagt die Verwaltungschefin. Das Auto bringt die Senioren, die zum Teil unter Demenz leiden, aus Pankow, Reinickendorf, Weißensee und Lichtenberg morgens in die Tagespflegestätte, abends zurück. Ausflüge machen die Senioren damit aber auch, etwa zum Tegeler See. Die Initiative hilft vielen der alten Menschen dabei, dass sie daheim wohnen bleiben können und nicht dauerhaft auch nachts in ein Heim müssen. rni

SPIELE FÜR KINDER IM FRAUENHAUS

Einfach so auf einem öffentlichen Spielplatz herumtollen – das ist viel zu gefährlich für die Schützlinge von Gabriele Kriegs, Leiterin eines der Berliner Frauenhäuser der Caritas. Denn dort könnten sie ihren gewalttätigen Vätern begegnen. Doch das große hölzerne Klettergerüst im Garten der Einrichtung war morsch. Von den 5000 Euro, die das Frauenhaus durch die Spendenaktion bekam, haben sie es renoviert und es um eine breite Rutsche und eine Kletterschräge für kleinere Kinder ergänzt. Für die Schaukeltiere daneben gab es neue Fußstützen, und bald kommt noch eine Federwippe. So können auch die Mütter mal zur Ruhe kommen und entspannen – und sich daran erfreuen, dass ihre Kinder mal wieder lachen können. dma

NEUES HEIM FÜR JUNGE PFLEGEFÄLLE

Manche Menschen müssen schon mit Mitte 50 ins Pflegeheim. Und oft geht es ihnen dann zwar körperlich schlecht, geistig sind sie aber fit. Damit solche jüngeren Pflegebedürftigen nicht wie sonst üblich zwischen dementen Hundertjährigen leben müssen, gibt es im Pflegewohnheim „St. Elisabeth-Stift“ an der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg den Wohnbereich „Regenbogen“. „Wir wollten die Gemeinschaftsräume verschönern, so dass man sich nicht mehr so sehr wie in einem Altenheim fühlt“, sagt der Leiter des Pflegebereichs, Thomas Horn. Doch das war im Budget des Heims nicht vorgesehen. Deshalb haben sie die 2500 Euro aus der Spendenaktion für die Anfertigung von Spezialstühlen fürs Wohnzimmer verwendet. „Die sind hochstrapazierbar und haben einen Nässe- und Wackelschutz.“ Und sehen auch noch gut aus. dma

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